Drei Prozent der Jugendlichen betroffen

Permanente Sorgen, Anspannung, Schlafstörungen, Unruhe und Reizbarkeit quälen die Menschen, die unter einer chronischen generalisierten Angsterkrankung leiden. Monate- und jahrelang körperlicher und seelischer Daueralarm ohne rechte Erklärung und, wie sie selbst sagen, unangemessen stark und eigentlich unbegründet. Trotzdem können sie die permanenten Sorgen und ängstlichen Befürchtungen nicht kontrollieren.

Grundlage der Forschungsarbeiten von Katja Beesdo, Mitarbeiterin am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden, waren die Daten der weltweit größten Langzeitstudie zur Entwicklung psychischer Störungen, der EDSP-Studie ("Early Developmental Stages of Psychopathology Study"). In dieser Studie untersuchten klinische Psychologen über dreitausend Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen etwa, dass die Generalisierte Angststörung nicht, wie bisher angenommen, bereits in der Kindheit beginnt, wie es zum Beispiel bei Phobien der Fall ist. Vielmehr beginnt der Hochrisikozeitraum der Störungsentwicklung mit etwa 12 Jahren.

Der eigentliche Verlauf der Krankheit stellt sich in der Altersgruppe der Jugendlichen längst nicht so stabil dar, wie immer aufgrund der vorliegenden Studien an Patienten im höheren Alter angenommen: die Symptomatik zeigt ein "auf und ab", und bei vielen jugendlichen Fällen kann es sogar spontan, das heißt ohne Behandlung, zum vollständigen Abklingen kommen. Allerdings sind diese Personen dann zumeist nicht vollkommen psychisch gesund; häufig wechseln sie in eine alles überschattende klinische Depression oder andere Angststörungen.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Dresden