Resistenzen sind ein großes und wachsendes Problem bei der Behandlung HIV-positiver Patienten. Sie können vor allem den Einsatz der Wirkstoffe aus der Klasse der nonnukleosidalen reverse Transkriptasehemmer (NNRTI) gefährden. Dies gilt auch für Schwangere.

Dr. James A. McIntyre von der University of Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika, hat mit einem Team nun untersucht, ob man durch geschicktes Kombinieren verschiedener antiretroviraler Wirkstoffe dieses Risiko vermindern kann. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden jetzt bei der "3rd International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis and Treatment" vorgestellt.

McIntyre und sein Team randomisierten 226 HIV-positive Mütter und 228 ihrer Kinder, von denen nur einige HIV-positiv waren, in eine von drei Gruppen. Sie erhielten entweder Nevirapin alleine oder Nevirapin plus Lamivudin und Zidovudin vier Tage lang beziehungsweise sieben Tage lang.

Innerhalb eines sechswöchigen Untersuchungszeitraums traten in der ersten Gruppe bei 41 von 68 Frauen (60 Prozent) NNRTI-Resistenzen auf, aber nur bei acht von 67 (zwölf Prozent) in der zweiten und sieben von 68 (zehn Prozent) in der dritten Gruppe.

Da nur wenige der Kinder sich bei ihren Müttern infiziert hatten, waren die Zahlen dort nicht sehr aussagekräftig. Aber es zeigte sich, dass einer Resistenzrate von 66 Prozent unter dem alleinigen Wirkstoff keinerlei Resistenzen in den beiden Kombinationsgruppen gegenüber standen. Die Dreierkombination aus Nevirapin-Lamivudin-Zidovudin hat gegenüber der alleinigen Gabe von Nevirapin keine erhöhte Nebenwirkungsrate.

Das Ergebnis dieser Studie spricht nach Angaben der Studienleiter so stark für die Dreierkombination, dass die alleinige Gabe von Nevirapin inzwischen gestoppt wurde.

MEDICA.de; Quelle: 3rd International AIDS Society Conference on HIV Pathogenesis and Treatment Abstract TuFo0204