Heute ist eine Kombinationstherapie, die aus gleichzeitiger oder direkt aufeinander folgender Chemo- und Strahlentherapie besteht, die Standardbehandlung bei vielen Tumoren. Wissenschaftler verabreichten nun zusätzlich einen bisher nur in präklinischen Tests untersuchten Hemmstoff, der auf verschiedene Proteinkinasen in Zellen der Blutgefäßwände zielt. Proteinkinasen sind Enzyme, die an Signalübertragungsprozessen beteiligt sind und so das Wachstum der Zellen steuern.

Durch die Hemmung dieser Enzyme wird die Angiogenese und damit die Versorgung des Tumors verhindert. Aus klinischer Sicht könnten Proteinkinase-Hemmstoffe als Breitbandpräparate gegen viele Krebsarten in Kombinationstherapien eingesetzt werden.

Der vorgestellte Dreifachansatz zeigte sowohl bei Tests an Hautkrebszellen des Menschen als auch bei Tests in Mäusen seine deutliche Überlegenheit gegenüber den dualen Therapien. So hemmte die Kombinationstherapie die Vermehrung der Krebszellen in vitro stärker und löste bei Endothelzellen häufiger das Selbstmordprogramm der Zellen aus als es bei allen Kombinationen je zweier Behandlungsansätze der Fall war. Außerdem verzögerte diese Therapie das Wachstum der Tumoren in den Mäusen deutlich und verringerte auch das Eindringen der Tumorzellen in benachbartes Muskelgewebe.

Des Weiteren verglichen die Wissenschaftler verschiedene Möglichkeiten der Abfolge der Dreifachtherapie. Dabei zeigte sich, dass die Strahlentherapie erfolgreicher gegen einen Tumor wirkt, wenn dieser vorher antiangiogenetisch behandelt wurde, weil dann eine wachstumsfördernde Wirkung der Strahlentherapie auf Blutgefäße unterbunden wird.

Die Überlegenheit des dreifach kombinierten Therapieansatzes soll 2006 in einer klinischen Untersuchung mit 20 bis 30 Patienten mit Pankreaskarzinom überprüft werden.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Research 2005, Vol. 65, S. 3643-3655