Bild: Ein Workshop 
Weiterbildung scheint in der
Medizintechnik dringend nötig zu
sein; © PixelQuelle.de

Der Zukunftsbranche Medizintechnik, bei der Deutschland mit den USA und Japan zu den Marktführern gehört, wird bis 2015 eine jährliche Wachstumsrate von acht Prozent prognostiziert. Mit circa 113 000 Beschäftigten könnte sie jedoch schnell an die Grenzen ihres Wachstums gelangen, denn gut qualifiziertes Personal wird bereits zum Engpassfaktor.

"Die Hersteller von Medizintechnik wie auch die Anwender in den Praxen und Krankenhäusern müssen zusehen, dass ihr Personal mit dem hohen Innovationstempo Schritt halten kann", so PD Dr. Josef Hilbert, Leiter des Forschungsschwerpunkts Gesundheit und Lebensqualität am Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Ein Forschungsprojekt im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hat die regionalen Innovations- und Qualifizierungsstrategien in der Medizintechnik untersucht: Sowohl bei den Herstellern von Medizintechnik wie auch bei den Anwendern in Arzt-Praxen und Krankenhäusern gibt es Qualifizierungsdefizite, laut Prof. Dr. Rolf Heinze von der Ruhr- Universität Bochum.

Fast 60 Prozent der Unternehmen klagen über Rekrutierungsschwierigkeiten. Um Defizite vor allem im Bereich fachübergreifender und außerfachlicher Fähigkeiten zu beheben soll zum einen die Weiterbildung ausgebaut werden. Das Studium soll sich stärker an der Praxis und der Vermittlung von fachübergreifenden Kenntnissen orientieren.

42 Prozent aller Anwender hatten Schwierigkeiten qualifiziertes Personal zu finden. Es ergaben sich deutliche Hinweise, dass die derzeitige Qualifizierung den Anforderungen in der Praxis oft nicht entspricht. Nur begrenzt lässt sich angesichts steigender Herausforderungen der Fachkräftebedarf durch Fort- und Weiterbildung des eigenen Personals sichern. Es gilt auch, bestehende Berufsbilder weiterzuentwickeln, Lehrpläne zu "entstauben" und zu aktualisieren.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik