In Deutschland bringen in jedem Jahr 60 000 Frauen ein Baby als Frühchen zur Welt. Die so genannte Frühgeburtlichkeit ist also weiterhin ein aktuelles Thema. Die Medizin hat in der Betreuung dieser kleinen Neugeborenen in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte gemacht. Doch bei sehr kleinen Frühgeborenen mit einem Gewicht zwischen 400 Gramm und 1000 Gramm treten häufig Komplikationen auf, die für die Kinder wie auch die betroffenen Familien schwerwiegende Folgen haben können.

Eine Gefahr für zu frühe Geburten liegt in Infektionen, die die Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Zu dieser Problematik hat jetzt die Kölner Interventionsstudie zur Frühgeburten-Vermeidung erstaunliche Ergebnisse zu bieten. Diese Studie dauerte gut zwei Jahre.

Sie wurde an 60 Frauen vorgenommen, von denen jede mindestens zwei Fehlgeburten in der 16. bis 22. Schwangerschaftswoche oder zwei Frühgeburten in der 24. bis 30. Woche erlebt hatte. "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Frauen ein gesundes Kind zur Welt bringen konnten, lag bei angenommenen 20-30 Prozent", sagt Dr. Yves Garnier, Leiter der klinischen Studie und Leitender Oberarzt an der Frauenklinik der Uniklinik Köln.

Bei diesen Frauen wurde nach Behandlung der Scheide der Muttermund in der 14. Schwangerschaftswoche operativ verschlossen. Somit konnte ein Auftsteigen von Keimen in die Fruchthöhle während der Schwangerschaft vermieden werden - eine häufige Ursache für Frühgeburtlichkeit, erklärt Dr. Garnier. Mit diesen Maßnahmen konnten 90% der Frauen ein gesundes Kind zur Welt bringen.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität zu Köln