Durchbruch in der Forschung für Leberschäden

Mikroskopische Aufnahme von
Hepatitis-B-Viren; © Uni Heidelberg

Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg ist es jetzt gelungen, solch ein Zellkultursystem für die Analyse der frühen Vermehrungsschritte von HBV in der Leberzelle mit zu entwickeln und zu charakterisieren. "Dies ist ein Durchbruch in der HBV-Forschung", so der im Otto-Meyerhof-Zentrum tätige Arbeitsgruppenleiter PD Dr. Stephan Urban.

Die Wissenschaftler haben das Protein der äußeren Virushülle identifiziert, welches für das Andocken und Eindringen in die Leberzelle verantwortlich ist.

Außerdem haben Stephan Urban und seine Kollegen Substanzen entdeckt, welche diesen frühen Schritt der HBV-Infektion sehr effektiv verhindern. Es handelt sich dabei um sogenannte Peptide. Sie imitieren den Teil des Proteins, mit dem das Virus an die Leberzelle bindet, und blockieren damit das Eindringen des Virus in die Zelle. Bereits geringste Dosierungen reichen aus, um eine Infektion komplett zu unterbinden.

"Unser nächstes Ziel ist es, diese Substanz auf ihre mögliche therapeutische Wirksamkeit hin zu testen", erklärt Stephan Urban. Dazu sind Infektionsversuche mit Tieren notwendig. Das Problem: HBV infiziert außer dem Menschen nur Schimpansen. Deshalb nutzen die Heidelberger Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forscher Dr. Jörg Petersen ein von ihm entwickeltes Mausmodell, bei dem ein Teil der Mausleber durch menschliche Leberzellen ersetzt wird.

Ein Wirkstoff, der das Andocken des Virus bzw. das Einringen in die Leberzelle erfolgreich verhindert, könnte das Transplantat vor einer Infektion bewahren. Auch für Neugeborene wäre dies ein sicherer Schutz.

MEDICA.de; Quelle: Universitäsklinikum Heidelberg