Der PSA-Test ist noch immer eine der wichtigsten Maßnahmen zur Früherkennung von Prostatakarzinomen. Doch dieser Test hat seine Schattenseiten. Zum einen ist er weder sonderlich sensitiv noch spezifisch: Mitunter kommt es zu hohen Werten ohne Karzinom. Andere Karzinome wiederum führen zu keiner PSA-Erhöhung und bleiben daher oft lange unentdeckt. Außerdem ist das PSA nicht spezifisch für Prostatakarzinome und kommt zum Beispiel auch bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) vor.

Es wäre daher wünschenswert, einen Marker zu haben, der die Frühdiagnose eines solchen Karzinoms mit guter Sensitivität und Spezifität erlaubt und damit die Zahl unnötiger Biopsien senkt sowie den Patienten beruhigen kann. Wissenschaftler des Johns Hopkins Hospital in Baltimore, USA, scheinen jetzt einen solchen Marker gefunden zu haben: das EPCA: Bereits früher konnten sie nachweisen, dass EPCA im Gewebe von Prostata-Kanzerosen beziehungsweise –präkanzerosen vorkommt.

EPCA wurde nun von derselben Arbeitsgruppe auf seine klinische Tauglichkeit als Krebsmarker untersucht. Mit Hilfe eines indirekten ELISA-Tests analysierten sie das EPCA bei zwölf Patienten mit gesichertem Prostatakarzinom, zwei mit Prostatitis, neun mit Blasen-, Kolon- oder Rektalkarzinom, sieben mit Rückenmarksverletzung und 16 gesunden Kontrollpersonen.

Lediglich bei den Patienten mit Prostatakarzinom überschritten die EPCA-Spiegel den kritischen Grenzwert. Der Unterschied des EPCA-Spiegel bei diesen Patienten im Vergleich zu allen anderen Gruppen war statistisch signifikant: zu Blasenkrebs (p gleich 0.03), Rückenmarksverletzten (p gleich 0.001) und gesunden Kontrollpersonen (p gleich 0.0001). EPCA hat in der Diagnose eines Prostatakarzinoms eine Sensitivität von 92 Prozent und eine Spezifität von 94 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Research 2005, Vol. 65, S. 4097-4100