Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, zu der Schmerzen und eine erniedrigte Schmerzschwelle mit Hyperalgesie und Allodynie als typische Symptome gehören. Hinzukommen nicht selten chronische Müdigkeit, Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme, Kopfschmerzen und Migräne. Im englischsprachigen Raum wird die Fibromylagie oft nach den Kriterien des „American College of Rheumatology (ACR)“ klassifiziert. Erstaunlicherweise hat es bislang noch keine Leitlinien zur Behandlung der Fibromyalgie gegeben. Nun hat sich die „Europan League Against Rheumatism (EULAR)“ dieser Aufgabe gestellt. In ihren Leitlinien zur Fibromyalgie, die von einem Expertengremium aus elf Ländern unter Führung von Serena F. Carville vom King's College London, geschrieben wurde, empfiehlt die EULAR unter anderem:

Die Fibromyalgie kann nur interdisziplinär erfolgreich behandelt werden. Dazu gehören nicht nur pharmakologische sondern auch nicht-pharmakologische Ansätze. Die Behandlung muss individuell an die Beschwerden des Patienten angepasst werden. Gymnastische Übungen in Verbindung mit aerobischen Übungen und Ausdauertraining könnten für einige Patienten hilfreich sein.

Auf der psychischen Seite kommen kognitive Verhaltenstherapie, Entspannungstechniken und psychologische Gespräche in Betracht. Selbstverständlich sollte man auch eine Physiotherapie in Betracht ziehen. Bei Schmerzen gehört der Wirkstoff Tramadol zur ersten Wahl. Andere Analgetika wie Paracetamol und schwache Opioide kommen ebenfalls in Betracht. Von Kortikosteroiden und starken Opioiden rät die Leitlinie allerdings ab.

Auch Antidepressiva können eingesetzt werden. Sie vermindern den Schmerz und verbessern nicht selten die Beweglichkeit des Patienten.

In Zukunft will die EULAR ihre Leitlinie zur Fibromyalgie alle fünf Jahre neu auflegen. Dabei sollen jeweils die neusten evidenzbasierten Studien mit aufgenommen werden.

MEDICA.de; Quelle: Annals of the Rheumatic Diseases 2007, Early Online