Etwa zehn bis 15 Prozent aller Paare haben Schwierigkeiten, ein Kind zu zeugen. Oft rät man ihnen dann zu Methoden der assistierten Reproduktion. Dazu gehört unter anderem die In-vitro-Fertilisation. Ein solcher In-vitro-Zyklus kann mehrere Wochen dauern: Entnahme des Eies, künstliche Befruchtung und Wiedereinsetzen des Eies in die Gebärmutter. Im Jahre 2000 wurden weltweit rund 200.000 Babys auf diese Weise gezeugt.

Da jeder Behandlungszyklus teuer ist, hat man nach Wegen gesucht, um die Erfolgsrate zu steigern. Seit Jahrhunderten nutzen die Chinesen zum Beispiel Akupunktur, um das weibliche Reproduktionssystem anzuregen. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, ob man mit Hilfe dieser traditionellen chinesischen Behandlungsmethode bei In-vitro-Fertilisationen die Rate der Schwangerschaften und der Lebendgeburten verbessern kann.

Um diese Frage zu klären, wurde eine umfangreiche Literatursuche in den einschlägigen Datenbanken durchgeführt. Wissenschaftler suchten nach Studien, die eine echte Akupunktur innerhalb eines Tages vor oder nach dem Embryonentransfer mit einer falschen Akupunktur beziehungsweise mit keiner adjuvanten Behandlung verglichen.

Immerhin sieben Studien gab es zu diesem Thema. 1.366 Frauen hatten daran teilgenommen. Erstaunlicherweise erbrachte die echte Akupunktur tatsächlich bessere Ergebnisse als die falsche oder keine Akupunktur: So stieg die Chance, schwanger zu werden, um 65 Prozent. Die Chance, ein lebendes Kind zu gebären, stieg sogar um 91 Prozent. Allerdings hatten einige Studien methodische Schwächen, so dass die Ergebnisse der Meta-Analyse noch bestätigt werden müssen.

Warum ist Akupunktur wirksam? Diese Technik setzt Neurotransmitter frei, die wiederum die Freisetzung von Gonadotropin erhöht, was die Ovulation stimuliert. Außerdem verbessert Akupunktur den Blutfluss zum Uterus.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Vol. 336, S. 545-549