Wenn sich Frauen wegen einer gutartigen Erkrankung einer Hysterektomie unterziehen müssen, wird ihnen oft auch zur prophylaktischen Oophorektomie geraten, um einem ovariellen Karzinom vorzubeugen. Ab welchem Alter ein solcher Ratschlag tatsächlich sinnvoll ist, wurde bislang noch nicht sicher bestimmt.

Dr. William H. Parker von der University of California, Los Angeles, USA, und sein Team haben diese Frage nun genauer studiert. Sie nutzten frei verfügbare Daten zur Mortalität bei ovariellen Karzinomen, mit und ohne Oophorektomie, koronare Herzkrankheit, Oberschenkelhalsfraktur, Mammakarzinom und Schlaganfall. Mit Hilfe spezieller statistischer Methoden errechneten sie den optimalen Zeitpunkt für die Entnahme der Eierstöcke, um einen maximalen Überlebenseffekt zu erreichen.

Das Ergebnis war eindeutig: Frauen, die sich einer Hysterektomie unterziehen müssen wegen einer benignen Erkrankung sollten ihre Eierstöcke mindestens bis zum 65. Lebensjahr unangetastet lassen. Dies verlängert potentiell das Überleben. Bei einer Oophorektomie vor dem 55. Lebensjahr besteht eine Exzess-Mortalität von 8,58 Prozent im 80. Lebensjahr. Die Entnahme der Eierstöcke zwischen dem 55. und 59. Lebensjahr führt immerhin noch zu einer Exzess-Mortalität von 3,92 Prozent.

Übrigens danken es die Eierstöcke bis zum 75. Lebensjahr, wenn sie unangetastet bleiben. Bis zum diesem Lebensjahr gibt es einen nachweisbaren Nutzen, der allerdings immer kleiner wird. Im 75. Lebensjahr beträgt die Exzess-Mortalität bei einer Oophorektomie weniger als ein Prozent.

Das Ergebnis dieser statistischen Analyse war sehr stabil. Lediglich die koronare Herzkrankheit beeinflusst dieses Risiko statistisch in einem größeren Maße. Alle anderen untersuchten Erkrankungen beeinflussen die Mortalität nach Oophorektomie nicht.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2005, Vol. 106, S. 219-226