Eierstockkrebs: Neuer Test verhindert unnötige OPs

17.10.2014
Foto: Eierstock

Viele Patientinnen mit Eierstockkrebs erhalten momentan nicht die bestmögliche Behandlung. Ein neuartiger Test soll ganz ohne Operationen herausfinden, ob es sich bei einer Veränderung um eine gutartige Zyste oder einen bösartigen Tumor handelt; © panthermedia.net/Michael Osterrieder

Ein neuer Test unterstützt Ärzte bei der Behandlung von Eierstockkrebs und kann so die Zahl unnötiger Eingriffe reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der belgischen KU Leuven und des Imperial College London. Der Test ist darauf ausgerichtet, die einzelnen Arten der Krebserkrankung und das Krankheitsstadium besser zu diagnostizieren.

Laut dem Team um Tom Bourne erhalten viele Patientinnen derzeit nicht die bestmögliche Behandlung. Details wurden im "British Medical Journal" veröffentlicht. Der Test zielt darauf ab, genau zwischen gutartigen Zysten und bösartigen Tumoren zu unterscheiden und festzustellen, wie aggressiv ein Tumor ist.

Bourne zufolge ist es von entscheidender Bedeutung die Diagnose vor der Operation richtig zu stellen. "Ist sie nicht richtig, kann es zu einer zu umfangreichen Operation kommen, bei der zum Beispiel ein Einerstock ohne Notwendigkeit entfernt wird." Dem Forscher nach ist die Entfernung eines Eierstocks vor allem für junge Frauen, die sich noch Kinder wünschen, ein sehr schwieriges Thema.

Der Test kombiniert Patienteninformationen, Ergebnisse von Bluttests und Ultraschallaufnahmen, um die Bösartigkeit, die Art und das Stadium der Krankheit vorherzusagen. Für die Entwicklung wurden die Daten von 3.056 Patientinnen aus zehn europäischen Ländern im Zeitraum von 1999 bis 2007 analysiert. Der Test wurde zwischen 2009 und 2012 an weiteren 2.403 Patientinnen erprobt.

Ersten Ergebnissen zufolge liefert der Test deutlich bessere Ergebnisse, als bisher in Großbritannien möglich waren. Eierstockkrebs ist der aggressivste Unterleibskrebs. Nur 40 Prozent der Patientinnen leben laut der Studie fünf Jahre nach der Diagnose noch. Einer der entscheidenden Faktoren ist der Zeitpunkt der Diagnose. Derzeit gibt es in Großbritannien keine Screening-Programme.

Die Patientinnen müssen sich in der Folge darauf verlassen, dass sie den Arzt rechtzeitig aufsuchen und eine Diagnose gestellt wird. Entscheidend für das Überleben ist auch, ob die Operation von einem Spezialisten durchgeführt wird. Viele Frauen werden derzeit von Allgemeinchirurgen operiert. Verantwortlich dafür könnte sein, dass das Ausmaß der Erkrankung erst beim Eingriff selbst erkennbar wird.


MEDICA.de; Quelle: KU Leuven