Ein Übermaß an Sport provoziert Knochenbruch

Auf Biegen und (Knochen-)Brechen
betreiben manche Frauen Sport
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Bewegung tut gut, gerade im Jugendlichenalter. Allerdings weiß man auch, dass es bei aktiven Menschen zu Stressfrakturen kommen kann. Vor allem junge Athletinnen sind davon betroffen. US-amerikanische Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston, USA, haben nun in einer großen Studie die Häufigkeit von Stressfrakturen bei jungen Frauen näher untersucht.

Teilnehmerinnen dieser "Growing Up Today Study" waren 5.461 Mädchen im Alter zwischen elf und 17 Jahren. Die Mädchen gaben jährlich ausführlich Auskunft über Größe, Gewicht, Menarche, körperliche Bewegung, Nahrungsaufnahme und eventuelle Essstörungen.

1998 lag das Durchschnittsalter bei 13,9 Jahren. Bei rund 2,7 Prozent der Mädchen war es bis dahin irgendwann zu einer Stressfraktur gekommen, drei Prozent zeigten ein gestörtes Essverhalten (wiederholte Diäten, Missbrauch von Abführ- und Brechmitteln, Bulimie, Anorexie etc.). 16 Prozent der Mädchen bewegten sich mindestens 16 Stunden pro Woche intensiv.

Nachdem man die verschiedenen Faktoren miteinander in Beziehung gesetzt hatte, zeigte sich: Weder das Menarchealter noch der BMI, die Kalziumaufnahme, Vitamin-D-Aufnahme oder der tägliche Milchgenuss zeigten einen signifikanten Zusammenhang mit dem Risiko einer Stressfraktur.

Anders dagegen der Bezug zur sportlichen Aktivität. Jene Mädchen, die mindestens 16 Stunden pro Woche Sport trieben, hatten ein 1,88-fach höheres Risiko, eine Stressfraktur zu erleiden, als Mädchen, die höchstens vier Stunden pro Woche Sport trieben.

Denkwürdigerweise litten die sportlichen Mädchen auch signifikant häufiger an einer Essstörung (4,6 Prozent versus 2,8 Prozent). Eine Essstörung an sich dagegen prädisponiert nicht zu einer Stressfraktur. Besonders gefährlich in Bezug auf Stressfrakturen sind offenbar das Joggen und Cheerleading.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2005, Vol. 115, S. 399-406