Ein Check-up vor dem Hobbysport schont die Knochen

Vor dem Hochleistungssport sollten
die Knochen untersucht werden
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"Sportunfälle bei Kinder betreffen vor allem die Knochen", erklärt Dr. Holger Schmitt, Leiter der Sektion Sportorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Seltener als bei Erwachsenen komme es zu Verletzungen von Muskeln, Sehnen oder Bändern, da diese vergleichsweise kräftig und elastisch seien. Zwei Drittel der Sportunfälle seien Beinbrüche, etwa ein Drittel Armbrüche; oft liege die Bruchstelle in der Epiphyse. Dennoch können durch Unfälle, etwa beim Skifahren oder Fußballspielen, auch die Bänder reißen.

Im Gegensatz zur bislang meist favorisierten konservativen Behandlung raten die Ärzte zunehmend auch bei Jugendlichen zu einer Operation. "Wir haben bei zwei Patientengruppen mit Kreuzbandriss beide Behandlungsvarianten verglichen", berichtet Dr. Nikolaus Streich von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Die nicht operierten Patienten hatten nach fünf Jahren weniger stabile und funktionstüchtige Kniegelenke.

Entscheiden sich Eltern und Kinder für eine möglicherweise belastende Hobbysportart oder für Hochleistungssport, sei ein Check-up des Knochenbaus und eine sportmedizinische Beratung vorab sehr zu empfehlen. Denn manche Veränderung sei nicht offensichtlich, Sport könne Beschwerden und irreversible Abnutzungserscheinungen hervorrufen.

Eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen der Brustwirbelsäule, bei der sportliche Betätigung sorgfältig bedacht werden sollte, ist Morbus Scheuermann. Rund fünf Prozent der Jugendlichen sind betroffen; sie leiden an einem starken Rundrücken.

"Sportarten wie intensiv betriebenes alpines Skifahren oder Kunstturnen können hier winzige Verletzungen setzen und dem Wachstum der Wirbelkörper schaden", so Schmitt. Dadurch werde die Krümmung der Wirbelsäule weiter verstärkt. Er empfiehlt deshalb Sportarten wie Ballsport oder Leichtathletik.

MEDICA.de; Quelle: Universität Heidelberg