11.11.2009

C.D.W. Litterst biophysikalische Technik AROPUR e.K.

Ein Injektat, das nicht mehr abkühlt - von AROPUR

Das Naheliegende wird oft vergessen. C.D.W. Litterst hat daran gedacht. Der Medizintechniker entwickelte mit seinem Team das Wärmhaltesystem INFUSOTEMP, das Injektate auf 37 Grad Körpertemperatur temperiert und diesen Wärmegrad konstant hält. Ein Injektat, das nicht mehr abkühlt? Die Vorteile für Ärzte und Patienten liegen auf der Hand, erläutert der selbstständige Unternehmer: So lässt sich das mit Angiographien einhergehende Risiko von Mikrozirkulationsstörungen und Ischämien deutlich senken. Für die Injektion ist weniger manueller Druck erforderlich, das Kontrastmittel kann rascher eingeführt werden, das Gefäß füllt sich schneller, die Darstellung des Gefäßes ist detaillierter und die Geschwindigkeit der roten Blutkörperchen beziehungsweise die Kapillarperfusion, die Durchströmung der kleinsten Blutgefäße, nimmt zu. Schnellere Wirkzeit und bessere Bilddarstellung führen zu Kosteneinsparungen. Und vor allem: Die Lebensqualität der Patienten wird verbessert, denn infusionsbedingte Schmerzen, unter anderem bei der Zytostatika-Applikation, gehören der Vergangenheit an. Längere Verweildauer des Venenzugangs ist ein sehr großer Fortschritt in der Infusionstherapie.
Das Temperiersystem eignet sich für alle Infusionslösungen, für Blut und Blutplasma, Kontrastmittel, Nährlösungen, Spüllösungen und Dialyselösungen. Es ist überall einsetzbar und verbraucht mit 30 Watt wenig Energie. INFUSOTEMP lässt sich leicht reinigen, ist desinfizierbar, extrem beanspruchbar und von langer Lebensdauer. „Wir wissen praktisch von keinen Störungen“, versichert Litterst, der auf den langen Anwendungszeitraum von über 35 Jahren zurückblicken kann. Seither ist die Flaschentemperierung auf dem Markt und wurde stets weiterentwickelt: Inzwischen liegt ein zertifiziertes Gerät vor, das den höchsten sicherheitstechnischen Anforderungen entspricht. Die Manschette besteht aus hochwertigem Silikon, die transparente Flaschenhalterung ist nahezu unzerbrechlich: Die achteckige Form sorgt dafür, dass mögliche Stöße abgefedert werden. Das Material stammt von Spezialfirmen, die einzelnen Bauteile erfüllen die strengen Normen der Luftfahrt. Abnehmer finden sich weltweit, von Thailand bis Feuerland, von Bolivien bis Skandinavien.
Mit der Beutel-Temperierung gibt es jetzt ein Gerät, das dem Trend „weg von der Glasflasche, hin zum Beutel“ entgegenkommt: „Beutel sind leichter und lassen sich einfacher entsorgen“, verweist Litterst auf die Vorzüge der neuen Entwicklung. Die Tasche, die Beutelgrößen von bis zu 1000 Millilitern aufzunehmen vermag, besteht wie die Manschette aus Silikon, das mit Glasfaser verstärkt ist. Die Tasche besitzt einen Aufhänger für den Infusionsständer sowie einen Drei-Punkt-Magnetverschluss. Zubehör ist nicht erforderlich.
INFUSOTEMP ist überall einsetzbar und funktioniert bei einer Umgebungstemperatur von minus 30 bis plus 37 Grad. Lediglich eine Streckdose muss in der Nähe sein, um Manschette oder Tasche mit Strom zu versorgen. Auf eine nutzerfreundliche Anwendung wird Wert gelegt, der Bedienungskomfort ist hoch, die Regelelektronik sorgt für eine automatische Abgleichung: Wenn die Injektat-Temperatur unter den Sollwert von 37 Grad abgefallen ist beziehungsweise während des Aufwärmprozesses die Körpertemperatur noch nicht erreicht hat, leuchtet die grüne LED am Anschlussblock. Liegt eine Störung vor, leuchtet die rote LED – was nahezu auszuschließen ist. Ein Injektat bei einer Raumtemperatur von 20 Grad benötigt je nach Menge eine halbe Stunde (250 Milliliter) bis zu anderthalb Stunden (ein Liter), bis es die gewünschte Körpertemperatur erreicht hat. „Ich kenne nichts Vergleichbares“, so Litterst, der als weltweit einziger Anbieter dieses Wärmsystems gilt. An das Naheliegende wird eben oft nicht gedacht.

Medica Düsseldorf
Halle 13, E 19

Gertrude Siefke