Ein Schrittmacher gegen Schnarchen

Foto: Mann schnarcht

Beim Schnarchen verengen sich
die Atemwege und den Erkrankten
fällt es schwer zu atmen;
© panthermedia.net/Erwin Wodicka

Ärzte der Kliniken für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde haben das Gerät bei einem Patienten eingesetzt, der unter dem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom leidet. Bei dieser mitunter lebensbedrohlichen Erkrankung kann es zu Atemaussetzern kommen, wenn die Spannkraft der Muskeln der oberen Atemwege im Schlaf übermäßig stark nachlässt. In der Folge verengen sich die Atemwege und den Erkrankten fällt es schwer zu atmen. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen, wenn die Betroffenen angestrengt versuchen, durch die versperrten Atemwege Luft zu holen.

Der sogenannte Neurostimulator, der etwas kleiner ist als eine Streichholzschachtel, wird wie ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeines implantiert. Von dort aus führt ein hauchdünnes Kabel zum Rippenbogen, wo die Bewegungen des Zwerchfelles gemessen und die individuelle Atemfrequenz überwacht wird. Zieht sich das Zwerchfell des Patienten beim Einatmen zusammen, sendet der Schrittmacher über ein zweites Kabel einen schwachen elektrischen Impuls an den sogenannten Hypoglossus-Nerv. Dieser Nerv sitzt direkt unter der Zunge und ist für die Kontraktion des Zungenmuskels verantwortlich. Wird er stimuliert, erschlafft die Zunge nicht und blockiert die Luftröhre nicht, sondern bleibt im vorderen Rachenraum des Schlafenden. Lebensbedrohlichen Atemstillständen wird so vorgebeugt.

Der Somnologe Doktor Alexander Blau betont, dass der Neurostimulator ein großer Fortschritt in der Behandlung von Schlafapnoe ist. Im Gegensatz zur bisherigen Therapie mittels einer speziellen Beatmungsmaske werde die nächtliche Bewegungsfreiheit des Betroffenen nicht mehr eingeschränkt. „Der Patient hat ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen. Bevor er zu Bett geht, schaltet er das Gerät ganz bequem über eine kleine Fernbedienung ein.“ Blau ist zuversichtlich, dass die weiteren Implantationen genauso erfolgreich verlaufen werden.

MEDICA.de; Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin