Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz haben eine erhöhte Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität. Diese geht mit ausgeprägten Gefäßverkalkungen einher. Bislang existieren nur wenige Daten zu Verkalkungen von arteriovenösen (AV) Fisteln. Eine internationale Forschergruppe aus Aachen, Maastricht, Belgrad und Coburg hat nun versucht, Risikofaktoren für AV-Fistel-Verkalkungen zu identifizieren und zu untersuchen, inwieweit Patienten mit AV-Fistel-Verkalkungen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko aufweisen.

Untersucht wurden 212 Hämodialysepatienten im Durchschnittsalter von 56 Jahren. Im Durchschnitt waren sie seit 6,7 Jahren an der Dialyse. Durch eine konventionelle Röntgenaufnahme wurden Verkalkungen der AV-Fistel detektiert. Zusätzlich haben die Studienleiter Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen anhand demographischer und klinischer Daten erhoben. Außerdem analysierten sie die Serumwerte von basalen Laborparametern wie Kalzium, Phosphat, Parathormon, CRP und von Verkalkungsinhibitoren wie Fetuin-A, Matrix Gla-Protein und anderen.

In den konventionellen Röntgenaufnahmen zeigten 49 Patienten (23 Prozent) Verkalkungen der AV-Fistel. Unabhängige Risikofaktoren für AV-Fistel-Verkalkungen sind männliches Geschlecht (p gleich 0,0004), Diabetes mellitus (p gleich 0,004) und mehr Dialysejahre (p gleich 0,0002). Die Serumspiegel der Verkalkungsinhibitoren Fetuin-A und Matrix Gla-Protein waren nicht mit Fistelverkalkungen assoziiert. In der Kaplan-Meier-Analyse wiesen Patienten mit AV-Fistel-Verkalkungen eine erhöhte Mortalität auf (p gleich 0,0046), in der Cox-Regressions-Analyse stellte das Vorhandensein von AV-Fistel-Verkalkungen einen unabhängigen Mortalitätsprädiktor dar (p gleich 0,015).

Die Detektion von AV-Fistel-Verkalkungen ist also ein einfach anzuwendendes und kostengünstiges Verfahren, um Patienten mit erhöhtem Mortalitätsrisiko zu identifizieren.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion