Ein neuer Test könnte die Diagnose erleichtern

Die neue Methode könnte die Erkennung der Erkrankung sowie Entwicklung von Medikamenten gegen diesen Protein-Komplex erleichtern. Alzheimer-Krankheit (AD) ist die häufigste Ursache für den Rückgang der Gedächtnisleistung und die Demenz. Etwa 36 Millionen Menschen weltweit leiden an Demenz, davon zwischen 20 und 25 Millionen an Alzheimer.

Diese Zahlen werden mit der demografischen Alterung in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zunehmen. Für das Jahr 2050 werden etwa 200 Millionen Demenzkranke erwartet (zwischen 70 und 150 Millionen Alzheimer-Kranke).

„Es ist daher wichtig, neue Therapien und Diagnoseverfahren zu entwickeln, welche die Erkennung und Behandlung dieser komplexen, chronischen-neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns erleichtern“, sagt Doktor Alexander Navarrete Santos von der Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie in Halle.

Die Alzheimer-Krankheit wird durch Ablagerungen des Proteins beta-Amyloid im Gehirn gekennzeichnet. Ein Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Schweden und den USA haben eine neue Methode entwickelt, um lösliche Varianten des abgelagerten Beta-Amyloid (Aß-Oligomere) im Liquor mittels Durchflusszytometrie quantitativ festzustellen. „Wir haben festgestellt, dass Patienten mit einer größeren Anzahl von Aß-Oligomere im Liquor eine stärker ausgeprägte Erkrankung hatten", sagt Santos.

Er analysierte den Liquor von 30 neurologischen Patienten, darunter 14 Alzheimer-Patienten. „Diese Proben von führenden universitären Kliniken in Deutschland und Schweden waren von bester Qualität und sind geeignet, um zuverlässige Hinweise auf viel versprechende neuartige Biomarker-Kandidaten zu erhalten", sagt Professor Harald Hampel von der Universität Frankfurt.

Der Test könnte nicht nur für die Früherkennung von Alzheimer verwendet werden, sondern kann auch bei der Entwicklung neuer und effektiver Therapien für AD Anwendung finden. Ein Rückgang in der Anzahl der Aß-Oligomere im Liquor könnte ein Hinweis für die Wirksamkeit von neuen medikamentösen Therapien sein.

MEDICA.de; Quelle: Universität Halle