Die kardiovaskuläre Mortalität bei rheumatoider Arthritis ist erhöht. Verschiedene ätiologische Mechanismen wurden dahinter vermutet. Der Body Mass Index (BMI) war bislang eher außerhalb der Betrachtung. Immerhin ist seit langem bekannt, dass Übergewicht das kardiovaskuläre Risiko eher steigert als senkt. In einer Studie wurde nun der Einfluss des BMI auf die kardiovaskuläre Mortalität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis untersucht.

An der Studie nahmen 603 Personen aus Rochester, Minnesota, in den USA teil. Alle waren älter als 18 Jahre. Zwischen 1955 und 1994 war bei ihnen nach den Kriterien des "American College of Rheumatology" eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden. Als Kontrollgruppe dienten Personen gleichen Alters und Geschlechts, die nicht an rheumatoider Arthritis erkrankt waren. Alle Studienteilnehmer wurden seit Diagnosestellung beziehungsweise Beginn der Studie bis zu ihrem Tod, ihrem Wegzug oder Januar 2001 medizinisch beobachtet. Unter anderem wog man die Probanden regelmäßig. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 27,4 Jahre.

Bis zum Ende der Studie waren 356 Patienten (59 Prozent) mit rheumatoider Arthritis verstorben. Außerdem 306 Personen (51 Prozent) aus der Kontrollgruppe. Bei 214 der Patienten lag eine kardiovaskuläre Todesursache vor, aber nur bei 167 der verstorbenen Kontrollpersonen.

Patienten mit einem geringen BMI (unter 20 kg/m²) hatten ein 3,34-fach erhöhtes Risiko, einen Herz-Kreislauftod zu sterben als Kontrollpersonen ohne rheumatoide Arthritis und Normalgewicht. Jene Patienten, die zu Beginn der Studie normalgewichtig waren, dann aber an Gewicht verloren, hatten ein rund zweifach erhöhtes Risiko. Dieser Zusammenhang war unabhängig von Alter, Geschlecht, Raucherstatus, Hypertonie und anderen Einflussfaktoren.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2004, Vol. 50, S. 3450-3457.