Ein zweites Leben für mehr Menschen

09.10.2015
Foto: Bunte Zeichnung eines Herzens

Der Europäische Tag der Organspende findet am 9. und 10. Oktober unter dem Motto "Kunst und Transplantation" in Lissabon statt; ©panthermedia.net/ Fujisl

Menschen, die über ihr "Second Life" – das zweite Leben – sprechen, meinen manchmal ein Online-Spiel. Andere aber sprechen von ihrem "zweiten Leben" mit einem Spenderorgan. Für sie ist die Transplantation die einzige Therapie gewesen, mit der sie wieder unabhängig von chronischer, aufwendiger Versorgung und lebenserhaltenden Maschinen werden konnten und die häufig sogar ihr Leben gerettet hat.

Häufig sind Krankheiten und ein ungesunder Lebensstil die Ursache für ein Organversagen: dauerhaft erhöhter Blutzucker und Blutdruck schädigen beispielsweise die Nieren. Alkohol, Medikamente und Hepatitis können die Leber zerstören, ebenso wie Infektionen die Herzmuskeln so weit schädigen, dass sie kaum noch Blut pumpen können.

Zahlreich sind dann die Hindernisse, die zwischen Patienten und einem neuen Organ stehen. Je nach nationalem Verteilungssystem, das praktiziert wird, gibt es in bestimmten Ländern natürlich mehr potenzielle Empfänger als Spender. In einigen Ländern muss der Spender persönlich der Organentnahme zu Lebzeiten explizit zustimmen, in einigen explizit widersprechen. In einigen dürfen auch die Angehörigen der Entnahme widersprechen.

Außerdem sind nicht alle Organe, die entnommen werden, auch zur Transplantation geeignet. Das ist etwa der Fall, wenn der Spender selber nicht gesund oder schon zu alt war oder wenn der Transport zum Empfänger zu lang gedauert hat. Und zuletzt muss das neue Organ natürlich mit dem Empfänger kompatibel sein – sonst wird es vom Immunsystem abgestoßen.

Viele Organe, die potenziell Leben retten könnten, bleiben deshalb ungenutzt und viele Empfänger sterben, bevor sie ein passendes Organ erhalten. Deshalb versucht die moderne Medizin nicht nur, immer mehr Organe durch bessere Entnahme- und Konservierungstechniken nutzbar zu machen. Auch die Herstellung von Ersatzorganen im Rahmen der Regenerativen Medizin wird zunehmend erforscht, ebenso wie künstliche Systeme, die als Implantate das kranke Organ ersetzen können.

Lesen Sie auf MEDICA.de zum Europäischen Tag für Organspende und Transplantation am 9. und 10. Oktober in Lissabon, was es Neues aus der Forschung gibt, um Organempfängern zu helfen.