Einbindung der Arzthelferin sinnvoll

Foto: Arzthelferin am Schreibtisch

Bessere Patientenbetreuung durch
geschulte Arzthelferinnen; © SXC

1.021 Arthrose-Patienten aus 75 Hausarztpraxen waren im Mai 2005 mit dem Projekt PraxArt unter Leitung der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg gestartet. Verglichen wurden dabei ein halbes Jahr lang drei Gruppen.

Bei der ersten Gruppe erhielten die Ärzte eine Fortbildung zur leitliniengerechten Arthrosetherapie, Schmerzbehandlung und Patientenmotivation. In der zweiten Gruppe wurde pro Praxis jeweils zusätzlich eine Arzthelferin geschult. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe. Hier lief die Betreuung der Patienten ohne vorhergehende spezielle Schulung von Arzt und Arzthelferin ab.

Die Medizinischen Fachangestellten lernten mit Hilfe eines speziellen Fragenkataloges, die Patienten am Telefon zu ihren Schmerzen, zu körperlicher Aktivität und zu Medikamenteneinnahme und Nebenwirkungen zu befragen. Jede Einzelfrage war mit einem Ampelsymbol verknüpft, das die Dringlichkeit oder Bedeutung der entsprechenden Information kodiert. So wurden etwa Informationen über verstärkte Schmerzen oder schwere Nebenwirkungen unmittelbar an den Arzt weitergeleitet. Einmal im Monat kontaktierte die Arzthelferin ihre Arthrose-Patienten.

"Während im Studienteil mit reiner Arztfortbildung im Vergleich zur Kontrollgruppe bereits die Zahl der Röntgenuntersuchungen reduziert wurde, zeigte sich, dass der regelmäßige Telefonkontakt mit der Arzthelferin einen signifikant positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten hat", berichtet Projektleiter Doktor Thomas Rosemann. Die Patienten waren aktiver, hatten weniger Schmerzen, mehr sozialen Rückhalt, nahmen eher empfohlene Medikamente ein und besuchten seltener einen Orthopäden. In der Gruppe 2 (Schulung von Arzt und Helferin) mussten durchschnittlich 13,6 Prozent weniger einen Orthopäden aufsuchen. In Gruppe 1 (nur Arzt) waren dies 5,7 Prozent, bei der Kontrollgruppe gab es keine Veränderungen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg