Verschiedene Studien ergaben Hinweise darauf, dass unter dem Gebrauch von Statinen seltener Demenzen oder ein Morbus Alzheimer auftreten. Allerdings waren diese Untersuchungen in der Regel nicht prospektiv.

Dies holt nun eine Studie der VA Puget Sound Health Care System in Seattle, USA, nach. Sie umfasste 5.092 Bürger aus Cache County, Utah, im Alter ab 65 Jahren, die zwischen 1995 und 1997 in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit getestet und nach der Einnahme von Statinen und anderen Medikamentengruppen befragt wurden. In den Jahren 1998 bis 2000 wiederholte man diese Untersuchung.

Unter den 4.895 Probanden, deren Ergebnisse studientauglich waren, traten 355 Fälle einer Demenz auf. 200 dieser Personen hatten einen Morbus Alzheimer. Der Vergleich mit den eingenommenen Medikamenten zeigte: Statine senken das Risiko einer Demenz um 56 Prozent (relatives Risiko: 0.44).

Dieses Ergebnis entsprang dem retrospektiven Teil der Studie. Nun aber beobachtete man die restlichen Probanden prospektiv weitere drei Jahre lang. Innerhalb dieses Zeitraums traten bei 185 der 3.308 verbliebenen Probanden eine Demenz auf. Wiederum verglich man diese Zahlen mit der Einnahme bestimmter Wirkstoffgruppen. Diesmal jedoch zeigte sich keinerlei Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen zu Beginn der Studie. Selbst wenn die Probanden während des Studienzeitraums weiterhin Statine einnahmen, änderte das nichts an ihrem Demenzrisiko.

Das provoziert natürlich die Frage, warum der retrospektive und der prospektive Studienteil zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Eine Erklärung liefern die Studienleiter: Wenn eine Demenz beginnt, nehmen möglicherweise die Betroffenen ihre Statin-Medikation nicht mehr regelmäßig ein. Wie auch immer: Nun sollen weitere Studien diesen Punkt endlich klären.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2005, Vol. 62, S. 217-224.