Patienten mit Verdacht auf Hirntumore - speziell Gliome - wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung eine radioaktiv markierte Aminosäure injiziert. Es handelte sich dabei um O-(2-[18F]Fluorethyl)-L-Tyrosin, kurz: FET. Mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnte die Arbeitsgruppe anschließend die Aufnahme und Verteilung dieser Aminosäure im Gehirn messen. Aktive Tumoranteile nehmen vermehrt Aminosäuren auf.

Wissenschaftler nahmen gezielt Gewebeproben aus dem Tumorbereich. Sie stellten fest, dass mit dieser Methode die Lage und Ausdehnung des Tumors bei 90 Prozent der Patienten korrekt diagnostiziert worden war. Eine vergleichende Untersuchung wurde mit der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) durchgeführt, einer Standardmethode zur Darstellung von Hirnstrukturen. Die anschließenden Gewebeuntersuchungen zeigten, dass es sich nur bei 50 Prozent der gefundenen Gewebeveränderungen tatsächlich um Tumorgewebe handelte.

In Kombination mit einer weiteren Methode können die Hirnforscher einen Hirntumor sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent vorhersagen. Dazu wird das neue Verfahren mit der Magnet-Resonanz- Spektroskopie (MRS) kombiniert. Ergeben beide einen krankhaften Befund, kann ein Hirntumor als gesichert gelten, so die Forscher.

Mit dem neuen Verfahren könnten Biopsien und Behandlungen von Hirntumorpatienten erheblich besser geplant werden, so die abschließende Betrachtung. Die Strahlenbelastung durch die kurzlebige radioaktiv markierte Aminosäure sei nicht größer als bei üblichen Röntgenuntersuchungen. Zudem könnte die Aminosäure in großen Mengen hergestellt und problemlos transportiert werden. Dadurch könnten Patienten flächendeckend versorgt werden.

MEDICA.de; Quelle: Brain 2005, Vol. 128, S. 678-687