Einfacher Risikotest für Diabetes nach der Schwangerschaft

22/10/2015
Foto: Schwangerschaftsbauch

Um vorhersagen zu können, bei welcher Mutter sich die Erkrankung auch nach der Geburt manifestiert, prüfte das Team verschiedene Parameter; © panthermedia.net/ Ron Chapple

Gestationsdiabetes ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen während der Schwangerschaft. Obwohl die Symptome nach der Entbindung in der Regel verschwinden, besteht ein erhöhtes Risiko auf sogenannte "postpartum Diabetes". Forscher des Helmholtz Zentrums München haben eine Methode entwickelt, die es erlaubt, die Wahrscheinlichkeit dieser Diabeteserkrankung nach der Schwangerschaft vorherzusagen.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler vom Institut für Diabetesforschung (IDF), Helmholtz Zentrum München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), die Daten von 257 Fällen von Gestationsdiabetes (auch als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet), die zwischen 1989 und 1999 erfasst und über einen Zeitraum von 20 Jahren nach der Entbindung begleitet wurden.

110 der beobachteten Frauen entwickelten in diesem Zeitraum einen postpartum Diabetes. Um vorhersagen zu können, bei welcher Mutter sich die Erkrankung auch nach der Geburt manifestiert, prüfte das Team um Institutsdirektorin Prof. Anette-Gabriele Ziegler verschiedene Parameter, die bekanntermaßen für die Entstehung maßgeblich sind.

"Bei unserer Berechnung spielen sowohl der Body Mass Index (BMI) und die erbliche Vorbelastung eine Rolle, als auch die Frage, ob die Mutter das Kind gestillt hatte und ob ihr Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt werden musste", erläutert Meike Köhler, Erstautorin der Studie.

Anhand dieser Parameter konnten die Forscher ein Punktesystem einführen, mit dem sie die Wahrscheinlichkeit für einen postpartum Diabetes vorhersagen können: War der errechnete Wert im unteren Bereich, lag die Wahrscheinlichkeit bei lediglich elf Prozent, innerhalb von fünf Jahren nach der Entbindung Diabetes zu entwickeln, bei einem höheren Wert etwa bei 29 bzw. 64 und für Höchstwerte sogar bei über 80 Prozent.

"Der von uns entwickelte Test ist sehr einfach anzuwenden und könnte künftig in der Klinik als Vorhersagemodell für den postpartum Diabetes dienen", so Ziegler. "Auf diese Weise wissen Arzt und Patientin um das jeweilige Risiko und können eine entsprechend engmaschige Kontrolle auf den persönlichen Einzelfall abstimmen."

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München

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