Das zeigt eine retrospektive Studie, die in Nordkalifornien durchgeführt wurde. 9.752 Probanden aus verschiedenen Ethnien hatten an dieser großen Studie teilgenommen. Alle waren zu Beginn der Studie in den Jahren 1964 bis 1973 zwischen 40 und 45 Jahre alt. Damals wurden sie sehr eingehend untersucht. Die Daten der Probanden konnten bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts nachverfolgt werden, so dass sich ein Nachbeobachtungszeitraum von rund drei Jahrzehnten ergibt.

In diesen drei Jahrzehnten wurde bei 504 Patienten eine Alzheimer-Diagnose gestellt. Das Durchschnittsalter der Diagnose lag bei 68,8 Jahren. Der Vergleich mit den Gesamt-Cholesterinwerten im fünften Lebensjahrzehnt zeigte einen deutlichen Anstieg des Alzheimer-Risikos mit steigenden Serumwerten: liegt das Gesamt-Cholesterin zwischen 198 und 220 mg/dL, so ist das Risiko nur um 18 Prozent erhöht im Vergleich zu Werten unter 198 mg/dL, steigt dann aber um 30 Prozent bei Cholesterinwerten zwischen 221 und 248 mg/dL. Am höchsten ist das Risiko bei Cholesterinwerten, die über 249 mg/dL liegen: In solchen Fällen steigt das Alzheimer-Risiko um 52 Prozent.

Leider hatte man bei den Probanden in den 60er und 70er Jahren keine Triglyzeridwerte und LDL-Cholesterinwerte bestimmt, so dass ein Zusammenhang zwischen diesen Werten und dem Alzheimer-Risiko nicht nachzuweisen war.

Die Studienleiter dringen daher darauf, dass Ärzte schon bei relativ jungen Patienten um die 40 Jahre darauf achten, dass die Cholesterinwerte im Normalbereich liegen. Zuerst sollten die Patienten angehalten werden, ihre Ernährung umzustellen und sich zu bewegen. Hilft das nicht, kann man Medikamente verordnen. Allerdings ist bis heute nicht klar, ob die Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine auch das Alzheimer-Risiko senken.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology 60th Annual Meeting Abstract P04.067