Eingebürgerte Migranten sind erfolgreich

Allerdings zeigt die Studie auch: Selbst bei gleichen Ausbildungsabschlüssen haben Migranten schlechtere Arbeitsmarktchancen als Deutsche - und junge Türken sind besonders benachteiligt.

Das IAB hat in der Studie die Bildungsabschlüsse und Arbeitsmarktsituation von 26- bis 35-Jährigen untersucht, die in Deutschland zur Schule gegangen sind. Bei den eingebürgerten Migranten ist der Anteil derer, die keinen Schulabschluss vorweisen können, deutlich geringer als bei ihren Landsleuten ohne deutschen Pass. Junge Türken sind hier am schlechtesten gestellt. 13 Prozent von ihnen haben keinen Schulabschluss - aber nur acht Prozent der eingebürgerten Türken, sieben Prozent der sonstigen Ausländer, drei Prozent der eingebürgerten sonstigen Ausländer und zwei Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Die geringere Bildung wirkt sich auf die gesamte weitere Karriere aus. Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger im Alter von 26 bis 35 hat keine abgeschlossene Berufsausbildung, während dies bei eingebürgerten Türken nur für ein Drittel gilt. Auch alle anderen Zuwanderergruppen absolvieren seltener eine Ausbildung, wenn sie keinen deutschen Pass besitzen: 30 Prozent der Nicht-Eingebürgerten gegenüber 21 Prozent der Eingebürgerten verfügen über keinen beruflichen Abschluss. Bei Deutschen ohne Migrationshintergrund trifft das nur auf 12 Prozent zu. Schul- und Ausbildungsabschlüsse seien aber die wichtigsten Schlüssel für die Arbeitsmarktintegration, betont Arbeitsmarktforscher Holger Seibert.

Schließen sie eine berufliche Ausbildung ab, gewinnen Eingebürgerte türkischer Herkunft am meisten. Mit beruflichem Abschluss sind sie zu 86 Prozent erwerbstätig, ohne beruflichen Abschluss nur zu 66 Prozent. Der Anteil qualifiziert Beschäftigter steigt bei den Deutschen türkischer Herkunft von 27 auf 68 Prozent. Keine andere Gruppe, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, profitiert so stark von einer Ausbildung.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung