Die absoluten Zahlen eines plötzlichen Herztodes aufgrund einer kardiovaskulären Erkrankung sind bei Frauen zwischen 35 und 44 Jahren deutlich angestiegen. Zu den Risikofaktoren gehören eine chronische Herzinsuffizienz und eine eingeschränkte linksventrikuläre Funktion. Auch Frauen mit einer Nierenerkrankung im Endstadium scheinen ein erhöhtes Risiko zu haben. Man weiß jedoch nicht, ob auch schon leichte Einschränkungen der renalen Funktion das Risiko eines plötzlichen Herztodes bei Frauen erhöhen.

Dies haben nun Wissenschaftler unter Leitung von Dr Rajat Deo aus den USA untersucht, indem sie Daten der „Heart and Estrogen Replacement Study (HERS)“ auswerteten. An dieser doppel blinden, randomisierten Studie nahmen 2.763 postmenopausale Frauen teil. Gemäß ihrer glomerulären Filtrationsrate (GFR) wurden die Frauen in drei Kategorien eingeteilt. Zu Beginn der Studie hatten 37 Prozent der Frauen eine GFR von mehr als 60 mL/min, 54 Prozent hatten eine GFR von 40 bis 60 mL/min und bei acht Prozent lag sie noch unter 40 mL/min, was als fortgeschrittene renale Dysfunktion galt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 6,8 Jahren traten bei den Frauen 136 Fälle eines plötzlichen Herztodes auf. Nachdem man diese Zahlen mit den glomerulären Filtrationsraten verglich, zeigte sich ein klarere Zusammenhang: Eine GFR zwischen 40 und 60 mL/min hatte demnach keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko eines plötzlichen Herztodes. Fiel diese GFR aber unter 40 mL/min, dann stieg das Risiko um mehr als das Dreifache an.

Welchen pathophysiologischen Zusammenhang könnte es zwischen einer verminderten Nierenleistung und dem plötzlichen Herztod geben? Die Studienleiter vermuten, dass die geschädigte Niere das Renin-Angiotensin-System beeinflusst. Dieses wiederum verursacht strukturelle und elektrophysiologische Veränderungen am Herzmuskel, was das Risiko des Herztodes erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Hypertension 2008, Vol. 51, S. 1578-1582