Einige Lebern schlagen bei Kindern besser an

Eine lebendgespendete Leber
kommt bei jungen Empfängern
besser an; © NCI Visuals Online

Wissenschaftler des Vanderbilt University Medical Center in Nashville, USA, haben in einer retrospektivem Kohortenstudie das Überleben von kindlichen Transplantatempfängern in Abhängigkeit davon untersucht, ob die gespendeten Lebern von Lebendspendern oder Organteile von Verstorbenen waren.

Als Datenbasis dienten alle Leberempfänger unter 18 Jahren, die zwischen Oktober 1987 und Mai 2004 in der UNOS (United Network for Organ Sharing) Datenbank als Leberempfänger registriert wurden.

Wie sich zeigte, leben Kinder nach Empfang eines Lebendorgans signifikant länger (p kleiner 0.01). Die Fünf-Jahres-Überlebensquote zum Beispiel liegt unter allen Empfängern einer Leber bei 78 Prozent. Analysiert man nur jene, welche die Leber eines Lebendspenders erhalten haben, steigt die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf 84 Prozent.

Es gibt verschiedenen Faktoren, die das Überleben des Kindes und des transplantierten Organs verbessern können. Dazu zählen unter anderem: das Alter des Kindes, seine ethnische Herkunft, der Grund des Leberversagens, bestimmte Laborparameter mit Bezug zu Leberwerten, der gesamte medizinische Allgemeinzustand und weiteres.

Allerdings sind sich die Studienautoren nicht sicher, ob die besseren Überlebenszeiten tatsächlich auf die Art des Transplantates zurückzuführen sind. Möglicherweise sind Kinder, die Empfänger eines Lebendtransplantates sind, ohnehin weniger krank als andere Kinder mit Leberversagen.

Auch wenn die Überlegenheit des Organs eines Lebendspenders per se nicht nachgewiesen ist, so halten die Studienautoren diese Technik dennoch bei Kindern für sinnvoll, um den Mangel an Organen toter Spender überbrücken zu können.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Surgery 2005, Vol. 140, S. 465-471