Einmalige Bestrahlung ausreichend

Bei der Intraoperativen Radiotherapie (IORT) wird noch während der Operation, nachdem der Tumor aus der Brust entfernt wurde, das Gewebe im Tumorbett einer einmaligen, relativ hoch dosierten und sehr gezielten Strahlentherapie unterzogen. Eventuell noch vorhandene Tumorzellen sollen damit abgetötet werden. Im Rahmen der weltweiten TARGIT-Studie untersuchen Experten, ob die einmalige Behandlung die konservative Therapie ersetzen kann, bei der die operierte Brust über mehrere Wochen hinweg täglich von außen bestrahlt wird.

An der TARGIT-Studie haben bislang mehr als 2.200 Patientinnen an 28 Zentren in neun Ländern teilgenommen. Das Brustzentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hat sich als zweites Zentrum weltweit an der Studie beteiligt und koordiniert die inzwischen sechs deutschen an der Studie teilnehmenden Zentren. Mehr als ein Viertel der im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen wurde an deutschen Zentren rekrutiert und dort therapiert.

Die Ergebnisse, die die Mannheimer Ärzte der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und der Universitäts-Frauenklinik mit der IORT erzielten, spiegeln die publizierten Daten wider. Bei den im Rahmen der Studie behandelten Patientinnen – ältere Frauen mit kleinen Tumoren in der Brust – trat nur in einem Prozent der Fälle innerhalb der ersten vier Jahre nach dem Eingriff am gleichen Ort erneut ein Tumor auf (Lokalrezidiv).

Die Ergebnisse sind mit denen der Standard-Therapie – einer sechswöchigen Bestrahlung von außen – vergleichbar. Aufgrund der guten Behandlungsergebnisse erwarten die Ärzte, dass die Therapie für viele Patientinnen mit frühen Brustkrebsstadien langfristig deutlich schonender wird, eben wenn schon während der brusterhaltenden Operation einmalig bestrahlt werden kann.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsmedizin Mannheim