Studie: Einzigartige Daten zu Kinder- und Jugendgesundheit

15.11.2013
Foto:Kind

In KiGGS Welle 1 stuften 94 % der befragten Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut ein;
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Den allermeisten Kindern in Deutschland geht es gut oder sehr gut. Das zeigen erste Daten der neuen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS Welle 1.

Neben dem gesundheitlichen Wohlergehen gibt es von den rund 16.000 Teilnehmenden auch erste Ergebnisse zu sportlicher Betätigung, Unfallverletzungen, HPV-Impfquote, Allergien, Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sowie zur Nutzung von Bildschirmmedien. Die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) ist Teil des vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführten langfristigen Gesundheitsmonitorings in der Bevölkerung und wird regelmäßig wiederholt.

Das subjektive Befinden ist ein gutes Maß für die gesundheitliche Situation. In KiGGS Welle 1 stuften 94 % der befragten Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut ein, 88 % der 11-bis 17-Jährigen kommen auch selbst zu dieser Einschätzung. Dieser Anteil ist höher als bei der KiGGS-Basiserhebung (2003 bis 2006), ein auch durch internationale Vergleichsdaten belegter positiver Trend. In der Befragung gaben die Eltern Auskunft zur Gesundheit ihrer Kinder, ab 11 Jahren beantworteten Jungen und Mädchen zusätzlich einen Teil der Fragen selbst.

Allergien sind oft stark belastend. Gut 9 % der Kinder und Jugendlichen waren in den zwölf Monaten vor der Befragung von Heuschnupfen betroffen, 6 % von Neurodermitis und 4 % von Asthma. Der Anteil der Kleinkinder mit Heuschnupfen und Asthma ist im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung weiter gestiegen. Erstmals konnten bei KiGGS Welle 1 Daten zum Anteil der gegen HPV geimpften Mädchen erhoben werden. Bei den 14- bis 17-Jährigen sind 53 % mindestens einmal und 40 % dreimal, also vollständig, gegen HPV immunisiert. Zum ersten Mal wurde auch nach der Schwimmfähigkeit gefragt. Gelernt haben die heute 11- bis 17-Jährigen das Schwimmen im Schnitt mit sechseinhalb Jahren, sozial benachteiligte Kinder dagegen deutlich später. Zumindest ein kleiner Teil der heutigen Jugendlichen kann gar nicht schwimmen, was die Gefahr von Badeunfällen erhöht. Generell gibt es bei den gesundheitlichen Risikofaktoren deutliche soziale Unterschiede – bereits bei der KiGGS-Basiserhebung ein wesentliches Ergebnis.

Die KiGGS-Basiserhebung war die erste bundesweite Studie zur Kindergesundheit. Von 2009 bis 2012 erfolgte mit der KiGGS Welle 1 eine telefonische Wiederholungsbefragung. Mit dabei waren die erreichbaren und teilnahmebereiten Familien der Basiserhebung, zusätzlich wurden Familien 0- bis 6-Jähriger neu eingeladen. Wie auch in der Basiserhebung wurden in KiGGS Welle 1 mit Teilnehmenden aus Unterstichproben vertiefende Befragungen und Untersuchungen zur psychischen Gesundheit (BELLAplus-Studie) und zur Motorik und körperlichen Aktivität (Motorik-Modul) durchgeführt.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut