Professor Dr. med. Manfred Weber, Vorsitzender der DGIM, fordert deshalb gezielte Untersuchungen im Rahmen von Früherkennungsprogrammen. Streifen für einen einfachen Urintest seien in jeder Apotheke erhältlich.

Bekannte Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen sind vor allem Nikotin, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht und Diabetes. "Mit keiner anderen Form der Diagnostik ist so einfach nachzuweisen, ob diese ‚Gefäßkiller' schon Schäden gesetzt haben, wie durch die Untersuchung des Urins", betont Weber.

Wenn die Nierengefäße durchlässiger werden, tritt das Albumin in den Urin über, ganz gleich ob die Durchlässigkeit durch Bluthochdruck, Diabetes, Nikotin oder Entzündungen verursacht wurde. Eiweiß im Urin ist laut Weber das derzeit eindeutigste Anzeichen dafür, dass bereits Frühschäden an den Gefäßen bestehen. Der Internist misst diesem Indikator sogar mehr Bedeutung zu als einem erhöhten Cholesterinwert.

Würde der Test flächendeckend genutzt, könnte er als wirksame Maßnahme zur Früherkennung von Gefäßschäden dienen und Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden helfen. Weber fordert deshalb, ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich einen solchen Test durchzuführen.

Wenn der Teststreifen keine erhöhte Eiweißkonzentration ausweist, hat der Patient laut Weber mit großer Wahrscheinlichkeit keine Gefäßschäden. Bei einem positiven Testergebnis sollte der Patient jedoch einen Arzt aufsuchen.

Dieser kann durch weitere Untersuchungen klären, inwieweit das Herz und die Blutgefäße anderer Organe in Mitleidenschaft gezogen sind. Damit lassen sich eine Verminderung der Nierenleistung, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder ein Schlaganfallrisiko rechtzeitig erkennen und vielfach auch behandeln.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)