Eiweißreiche Kost wirkt dem Jojo-Effekt entgegen

An der von der EU mit 14,5 Millionen Euro geförderten Diogenes-(Diet, Obesity, and Genes)-Studie sind acht europäische Forschungszentren beteiligt. Zu diesen zählt auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).


Vielen Erwachsenen und auch Kindern fällt es heute schwer, ihr Gewicht im Normalbereich zu halten und somit eine übermäßige Gewichtszunahme zu verhindern. Besonders nach Gewichtsreduktionsdiäten nehmen die meisten schnell wieder zu und bringen dann mehr Pfunde auf die Waage als vorher. Dieser Effekt ist als Jojo-Effekt bekannt.

Im Rahmen der Diogenes-Studie haben Wissenschaftler unter der Leitung des Ernährungsmediziners Andreas F. H. Pfeiffer untersucht, welche Ernährungsfaktoren für eine Gewichtszunahme eine Rolle spielen. Ziel der Studie ist es, bestmögliche Ernährungsempfehlungen von ihren Ergebnissen abzuleiten.

Insgesamt nahmen 772 europäische Familien mit 938 übergewichtigen Erwachsenen und 827 Kindern teil. Zu Beginn der Studie mussten die übergewichtigen, erwachsenen Studienteilnehmer mithilfe einer achtwöchigen Reduktionsdiät (800 kcal/Tag) zunächst abnehmen. Von den 938 Studienteilnehmern beendeten 773 diese Gewichtsreduktionsphase.

Durchschnittlich verloren die Teilnehmer dabei 11 Kilogramm Körpergewicht. Im folgenden Interventionsteil der Studie musste dann die gesamte Familie eine von fünf vorgegebenen Diäten für einen Zeitraum von sechs Monaten einhalten, die per Zufallsprinzip ausgewählt wurde.

Während der Studie unterstützten und berieten Ernährungswissenschaftler die Familien. Zudem sammelten die Forscher Blut- und Urinproben der Studienteilnehmer.

Von den ursprünglich 773 Teilnehmern beendeten 558 Teilnehmer die sechsmonatige Diätphase. Am günstigsten war die Kombination von niedrigem Glykämischen Index und hohem Proteinanteil. In dieser Gruppe war auch noch nach sechs Monaten kein Jojo-Effekt zu beobachten.

„Die Diogenes-Studie zeigt, dass die gegenwärtigen Ernährungsempfehlungen nicht ideal sind, um einer erneuten Gewichtszunahme übergewichtiger Personen vorzubeugen“, so Pfeiffer. „Eine Kostform mit einem etwas höheren Proteinanteil als der, der derzeit empfohlen wird, und einem niedrigen Glykämischen Index, erleichtert es übergewichtigen Personen nach einer Reduktionsdiät, ihr vermindertes Körpergewicht längerfristig beizubehalten. Zudem scheint es den Studienteilnehmern leichter zu fallen, ihre Ernährungsweise dauerhaft auf eine solche Kostform umzustellen“, erklärt Pfeiffer.


MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung