Elastischer Metallring verbessert Tumor-Behandlung

Der Ring wird durch eine Kanüle
eingeführt, hier in einen
geschnittenen Apfel; © Emons

Wenn Menschen an Brustkrebs erkranken, wird meist als erste Maßnahme eine Chemotherapie durchgeführt, bevor der Chirurg den Tumor operativ entfernt. Ziel der Vorbehandlung ist es, den Tumor schon vor dem operativen Eingriff zu verkleinern sowie die Wirksamkeit der Therapie frühzeitig zu erkennen.

Ein Problem entsteht jedoch, wenn die ursprünglichen Grenzen des Tumors nach der Therapie nicht mehr zu erkennen sind. Der operative Eingriff wird erschwert oder gar unmöglich. Ein an der Uni Göttingen entwickelter superelastischer Metallring hilft dem behandelnden Arzt nun, die ursprünglichen Ausmaße des Tumors dauerhaft nachzuvollziehen.

Bei dem von Dr. Abdolhamid Huschmand Nia und Prof. Dr. Günter Emons der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe entwickelten System dienen elastische Metallringe von einem halben Zentimeter Durchmesser als Positions-Marker im Brustgewebe.

Die Ringe werden in gestreckter Form durch eine gerade Hohlnadel in das Brustgewebe eingeführt. Dort nimmt der superelastische Draht seine Ringform wieder ein und verbleibt stabil am Ort. Mit mehreren dieser kleinen Ringe können Ärzte räumliche Positionen in der Brust und in anderen Körpergeweben dauerhaft markieren.

Die Markierung des Brustgewebes ergänze die neuen vorbehandelnden Therapiekonzepte, so die Forscher. Schrumpfe ein Tumor bereits während der neo-adjuvanten (meist Chemo-)Therapie, so ließen sich die ursprünglichen Grenzen des Tumors bei der operativen Entfernung oft nicht mehr erkennen. Der Metallring schaffe hier Abhilfe.

Die feinen Ringe seien im Ultraschall-, Röntgen- und MRT-Bild gut zu erkennen und die Patientinnen spürten die Ringe nicht. Das System eigne sich für jede Art von Körpergewebs-Markierung, so die Wissenschaftler.

MEDICA.de; Quelle: Universität Göttingen