31.08.2006

ZVEI - Fachverband Elektromedizinis Technik

Elektroindustrie unterstützt die Hightech-Strategie der Bundesregierung

Frankfurt am Main, 30. August 2006 – „Wir unterstützen die Initiative der Bundesregierung, mit ihrer ‚Hightech-Strategie Deutschland’ mehr Wachstum durch Innovation zu schaffen. Besonders wichtig ist hierbei, das Entstehen von Leitmärkten in Deutschland in den Mittelpunkt der Technologiepolitik zu rücken. Dazu gehört, die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen, die Nutzung der Wachstums- und Innovationspotenziale, insbesondere in den Infrastrukturmärkten, und die rasche Verwirklichung so genannter Leuchtturmprojekte“, kommentierte ZVEI-Präsident Prof. Dr. Edward G. Krubasik die gestern im Bundeskabinett verabschiedete Hightech- Strategie. „Wir müssen nicht nur die Forschungspipeline füllen, sondern auch für eine rasche Umsetzung technologischer Möglichkeiten in Deutschland eintreten. Nur dadurch schaffen wir nachhaltig neue Arbeitsplätze im Inland.“ Hierbei seien nicht nur das Bundesministerium für Bildung und Forschung sondern alle Ressorts des Bundes, die Länder, Kommunen und die Europäische Union gefordert. Auch in der Forderung verstärkter Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft setzt die Hightech-Strategie der Bundesregierung aus Sicht der Industrie die richtigen Akzente.

Durch die aktive Unterstützung der Entwicklung von Leitmärkten, also der Erstanwendung neuer Technologien in Deutschland und Europa, werde auch der zentrale Anreiz für die Wirtschaft gesetzt, rasch ihren Beitrag zu dem Ziel von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschungs- und Entwicklungsausgaben aufzubringen. „Leitmärkte in Deutschland sind zudem die wichtigste Grundlage für die Exporte von morgen und übermorgen!“, sagte Krubasik.

Der ZVEI hat als bisher einziger Verband die für seine Branche wichtigen Aspekte in einem eigenen 30-seitigen Positionspapier ausgearbeitet. Er versteht dies als Beitrag zum notwendigen Dialog zwischen Regierung und Wirtschaft in den kommenden Monaten. Das Positionspapier listet für die wichtigsten Kompetenzfelder der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Deutschland auf, welche Chancen der ZVEI sieht. Dabei formuliert er konkrete Handlungsempfehlungen.

Um mehr Inlandswachstum durch gesteigerte Innovationsdynamik zu erreichen, sei es gerade in der Elektroindustrie entscheidend, so Krubasik, über die traditionelle Forschungs- und Technologiepolitik hinaus Entscheidungen mehrerer Ressorts aufeinander abzustimmen: So sei bei der raschen Umsetzung von Innovationen in der Medizintechnik auch die Gesundheitspolitik gefordert, bei der Verkehrstelematik auf Straße und Schiene die Verkehrspolitik oder bei der Nutzung moderner Sicherheitssysteme die Innen- und Verteidigungspolitik. Die Chancen von innovativen Energieerzeugungssystemen würden künftig entscheidend durch Investitions- und Innovationsanreize bestimmt, die durch die Energiepolitik gesetzt werden. Häufig müsse der Staat als kreativer Regulierer oder Investor eine wichtige Rolle spielen, um Innovation in Deutschland zu beschleunigen.

Ausdrücklich begrüßt der ZVEI-Präsident zudem die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Leuchtturmprojekte. „Hier werden wir in den kommenden Monaten sowohl an der raschen Verwirklichung der vorgesehenen Projekte mitwirken als auch weitere konkrete Projekte vorschlagen,“ kündigte er an. Ein Beispiel solcher Leuchtturmprojekte sei die vollständige interne Breitband-Vernetzung von Schwerpunkt-Krankenhäusern in den Testregionen der Elektronischen Gesundheitskarte, also die IT-Unterstützung für komplette klinische und administrative Prozesse. Daran anschließen müsse sich, so Krubasik, der Aufbau einer digitalen Kommunikationslösung für den Austausch relevanter medizinischer Daten mit den niedergelassenen Ärzten der Testregion.

„Natürlich freut es mich ganz besonders, dass die Hightech-Strategie Deutschland erneut ein klares Bekenntnis zum Bau der Transrapidstrecke München/Flughafen–München abgibt,“ sagte Krubasik. „Mit der Schaffung und Stärkung von Leitmärkten, insbesondere durch die rasche Realisierung von Leuchtturmprojekten, ziehen wir die richtige Konsequenz aus der Tatsache, dass Wertschöpfung in Produktion und Entwicklung zum Wachstum wandert. Technologieanwendung in Deutschland schafft Wachstum und zieht Investitionen und neue Unternehmen an. Forschung und Entwicklung werden insbesondere dort vorangetrieben, wo Innovation von anspruchsvollen Kunden, intensivem Wettbewerb und dynamischen Märkten gefordert und gefördert werden“, fasst er die Überlegungen zusammen. „Wenn wir wieder verstärkt neue Technologien als erstes in Deutschland anwenden, habe ich keine Sorge um das Erreichen des Drei-Prozent-Ziels in Forschung und Entwicklung“.