15.09.2006

InterComponentWare AG

Elektronische Gesundheitskarte: ICW reicht Konnektor zur Zulassung bei Gematik ein

Der eHealth-Spezialist InterComponentWare AG (ICW) hat seinen Konnektor „Medical NTBA“ zur Zulassung bei der Gematik eingereicht. Die Zulassung ist eine Voraussetzung für den Einsatz des Konnektors in offiziellen Testregionen für die elektronische Gesundheitskarte.

Der Konnektor dient zur sicheren Anbindung der EDV-Systeme medizinischer Leistungserbringer an die künftige Telematik-Infrastruktur. Er wird zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Arztpraxen und Apotheken installiert und steuert dort den Zugriff auf Kartenlesegeräte und die Kommunikation mit der zentralen Telematik-Infrastruktur. Der ICW Medical NTBA wird nun im zentralen Testlabor der Gematik darauf getestet, ob er die bisher veröffentlichte „Konnektorspezifikation Teil 1: Allgemeine Funktionen und Schnittstellen des Konnektors V 0.4.0“ erfüllt. Darin sind Funktionen wie die gegenseitige Authentisierung der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufeausweises sowie das Offline-Vertragsdatenmanagement definiert.

Der ICW Medical NTBA besteht im Wesentlichen aus einer Hardwareplattform und der ICW Healthcare Connector Application (ICW HCCA). Die HCCA setzt als Software die für den Konnektor geforderten Anwendungen inklusive der Signaturkomponenten um und ist so konzipiert, dass sie ohne tief greifende Anpassungen auf unterschiedlichsten Hardware-Plattformen eingesetzt werden kann. Für die aktuell bei der Gematik eingereichte Konnektor-Variante ICW Medical NTBA wurde die HCCA z.B. auf einer Intel-Plattform implementiert.

Bei der Konnektor-Variante „Healthcare Router“, der aktuell von ICW und Cisco Systems gemeinsam entwickelt wird, wird die ICW HCCA auf einem Cisco Router laufen. Der Cisco Healtcare Router ist als „One Box Solution“ konzipiert und enthält einen Netz-Konnektor und einen Anwendungs-Konnektor in einem einzigen Gerät. Er vereinigt damit die eHealth-Kompetenz der ICW mit den Kernkompetenzen von Cisco Systems in den Bereichen Routing und Netzwerksicherheit. Nach ihrer Fertigstellung wird diese Variante ebenfalls an die Gematik zur Zertifizierung übergeben werden.

Neben den bereits von der Gematik spezifizierten Funktionen können mit der ICW HCCA bereits elektronische Rezepte erstellt, Notfalldaten verwaltet und – in Kombination mit Arzt- oder Apothekersystemen – automatische Wechselwirkungs- und Kontraindikations-Checks für Medikamente durchgeführt werden. Darüber hinaus lassen sich medizinische Dokumente mit der elektronischen Gesundheitsakte LifeSensor austauschen, so dass sie mit Zustimmung des Patienten allen behandelnden Ärzten und Apothekern zur Verfügung gestellt werden können. Eine solche erweiterte Konnektor-Version ist bereits in einem ersten Gesundheitskarten-Feldtest in Walldorf im Einsatz.

Peter Reuschel, Vorstandsvorsitzender der ICW: „Wir werden unsere Healthcare Connector Application in enger Zusammenarbeit mit Cisco an die jeweils aktuellen Vorgaben der Gematik anpassen. Mit dem von uns entwickelten Software Development Kit (SDK) können Hersteller medizinischer Systeme ihre Programme schon heute komfortabel und mit wenig Aufwand für den Einsatz in Gesundheitskarten-Tests vorbereiten. Das SDK vermindert dabei den Anpassungsaufwand an neue Schnittstellen-Spezifikationen erheblich.“

Das SDK umfasst eine leicht zu bedienende Programmierschnittstelle (API), die für alle gängigen Plattformen und Programmiersprachen zur Verfügung steht. So vereinfacht es das Erstellen, Übertragen und Empfangen von Daten, die zwischen Arzt- bzw. Apothekersystemen und der Telematik-Infrastruktur ausgetauscht werden – z.B. eRezepte oder Vertragsdaten von Versicherten. Das SDK umfasst nicht nur die von der Gematik geforderten und standardisierten Pflichtanwendungen, sondern unterstützt auch bei der Implementierung von Mehrwertanwendungen, z.B. der Anbindung der elektronischen Gesundheitsakte LifeSensor. Darüber hinaus kann das SDK auch auf unterschiedliche länderspezifische Anforderungen eingestellt werden.

Mit dem SDK der ICW wurden z.B. bereits die drei Apotheken-Systeme der ADG und das Praxisverwaltungs-System Q-MED.Praxis für die Gesundheitskarte bereit gemacht. Weitere Anbindungen medizinischer Primärsysteme sind derzeit in Vorbereitung.