02.09.2009

ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH

Elektronische Patientenakten – Projekt EPA.nrw

Kommunikation zwischen Einrichtungen via IHE / XDS leicht gemacht

Krefeld, 28. Juli 2009 – Einen weiteren, großen Schritt in Richtung einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakten haben unter der Federführung der ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH Partner aus Wissenschaft, Industrie und Selbstverwaltung getan. Kann ein Arzt auf elektronische Patientenakten zugreifen, so stehen ihm relevante Informationen und Behandlungsdaten der verschiedenen behandelnden Ärzte zur Verfügung, was eine effektive und zügige Weiterbehandlung ermöglicht. Um dies kostengünstig und technisch einfach zu unterstützen, hat die EPA.nrw-Projektgruppe eine Schnittstelle entwickelt, mit der Institutionen im Gesundheitswesen Dokumente untereinander austauschen können, auch wenn sie unterschiedliche Software benutzen.

Die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen IT-Systemen, wie sie in Krankenhäusern, Arztpraxen und Rehakliniken eingesetzt werden, gestaltet sich aufgrund fehlender Standards immer noch als schwierig. Um dies zu lösen, entwickelt die EPA.nrw-Projektgruppe im Auftrag des Landes NRW die Spezifikation für eine interoperable Schnittstelle. Prof. Dr. Peter Haas (FH Dortmund, Lehrgebiet Medizinische Informatik), der im Auftrag des ZTG Kompetenzzentrums die technische Umsetzung leitet, erläutert den Ansatz des erreichten Meilensteins: „Die Projektgruppe hatte beschlossen, die bestehende interoperable Schnittstelle nun auch mittels des Integrationsprofils XDS der Initiative IHE zu realisieren, weil dieses weltweit immer mehr Beachtung findet.“ Dieses Profil vereinbart Standards und Abläufe zu einer Spezifikation. Bei der erfolgreichen Umsetzung wurden die öffentlich verfügbare NIST-Implementierung (National Institute of Standards and Technology) für die XDS-Registry und eigene Repository-Services verwendet. IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) ist eine Initiative von Anwendern und Systemherstellern im Gesundheitssektor mit dem Ziel, die Interoperabilität für den Informationsaustausch zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen zu verbessern. Dafür erstellt die IHE so genannte Integration Profiles mit Schnittstellenspezifikation und Implementierungsregeln.

Allgemein steht der Begriff XDS für „Cross Enterprise Document Sharing“. XDS ermöglicht den standardisierten Austausch von Dokumenten bzw. deren Bereitstellung zwischen verschiedenen Einrichtungen im Gesundheitswesen. Diese übergreifende Kommunikation ist unabdingbar, um eine qualitativ hochwertige Patientenbehandlung sicher und zügig zu gewährleisten. Das für EPA.nrw relevante XDS-Profil basiert auf der Webservice-Technologie. Da diese plattformunabhängig ist, bildet sie das ideale Fundament für das XDS-Profil. Beim XDS-Profil handelt es sich um einen Vorschlag zur Verknüpfung und Verwendung bestehender Standards. Neben der Festlegung von Protokollen für den Datenaustausch an sich werden auch Aufbau und Struktur einer zentralen Dokumentenregistrierung realisiert. Dementsprechend wurde durch das EPA.nrw-Projekt eine technische Lösung geschaffen, damit Institutionen im Gesundheitswesen, die unterschiedliche Software einsetzen, nun plattformunabhängig Dokumente untereinander austauschen können.

Bequemer Datentransfer: sicher und konform
Darüber hinaus wurde ein Client-Modul implementiert, welches nach Übergabe eines CDA-Dokumentes bzw. VhitG-Arztbriefes aus dem CDA-Header die notwendigen Attribute extrahiert und die XDS-SOAP-Nachrichten generiert und versendet. Dieses Modul übernimmt auch die Signierung und ggf. Verschlüsselung via gematik-konformem Konnektor. Damit ist es für jedes Primärsystem recht einfach, IHE-konforme Dokumente in eine XDS-basierte EPA einzustellen bzw. anzumelden.

Für das Projekt EPA.nrw ist die Nutzung des XDS-Profils ein wichtiger Schritt bei der Einführung einrichtungsübergreifender Patientenakten, da es die Kommunikation zwischen verschiedenen Primärsystemen im Gesundheitswesen unterstützt. Im Rahmen der Telematik-Initiative der Landesregierung NRW bildet das Projekt „Elektronische Patientenakten – EPA.nrw“ eines der wichtigsten Elemente. Ziel des Projektes ist u.a. die Entwicklung von Spezifikationen und Vereinbarungen für eine interoperable, einrichtungsübergreifende Elektronische Patientenakte (eEPA) und eines Referenzschemas mit definierten Interoperabilitätsfestlegungen sowie eines Migrationskonzeptes. Mit der neu entwickelten Schnittstelle ist die EPA.nrw-Projektgruppe ihrem Ziel deutlich näher gekommen. „Ab sofort können die projektbeteiligten Firmen mittels der Präsentationsplattform EPA.nrw XDS-Interoperabilität entwickeln und testen“, verkündet Projektleiter Christian Suelmann.


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