Neben dem persönlichen Gespräch mit dem Patienten verschafft sich der Arzt am Krankenbett ein umfassendes Bild vom Patienten und dessen Krankheitsverlauf. Alle Beobachtungen, Diagnosen oder Anordnungen müssen dabei in der Patientenakte vermerkt werden.

Ein elektronisches Diktiersystem, das am Knappschaftskrankenhaus Püttlingen (Saar) seit einem halben Jahr getestet wird, soll den Weg der Patientendaten von den Krankenzimmern zum eigentlichen Akteneintrag kürzer machen.

Während der Arzt sonst klinische Beobachtungen meist später in die Akte nachträgt, kürzt das System den Informationsweg ab: Der Arzt hat die Möglichkeit, direkt vom Krankenbett aus die Informationen über die interne Telefonanlage an eine zentrale Stelle zu diktieren. Diese werden dann von einem Schreibbüro abgehört und in die elektronische Patientenakte übertragen. Hat der Arzt seine Visite beendet, ist der Akteneintrag bereits fertig.

"Das Diktieren der Resultate der Visite und das anschließende Abhören und Eintragen in die Krankenakte kann somit bereits während der Visite durchgeführt werden; der sonst übliche anschließende Dokumentationsaufwand entfällt, die dadurch gewonnene Zeit kann anderen Aufgaben gewidmet werden", bilanziert Dr. Helmut Jäger, Chefarzt der Neurologischen Klinik.

"Durch das Diktiersystem ist es möglich, mehr Informationen zu transportieren, sie schneller verfügbar zu machen und damit leichter zu reproduzieren; dadurch wird der tägliche Arbeitsablauf erleichtert. Neben dem Schwerpunkt der schnelleren Verfügbarkeit ist durch bessere Dokumentation von Leistungen - die ja abrechnungsrelevant sind - auch die Vollständigkeit der Informationen gegeben", so Jäger weiter.

Besonders zufrieden ist der Chefarzt der Neurologischen Klinik in Püttlingen mit der Nutzungstechnik über das Haustelefon: Die Anschaffung teurer Pocket-PCs, Laptops oder sonstiger Hardware entfalle mit dem neuen System.

MEDICA.de; Quelle: Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes