Eltern beeinflussen das Krebsrisiko ihrer Kinder

Der elterliche Glimmstengel dirigiert
das Krebsrisiko der Kinder
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Kinder rauchender Mütter haben ein erhöhtes Risiko, an Blasen- oder Nierenkrebs zu erkranken, so das Fazit einer Studie unter der Leitung von Professor Kari Hemminki und Dr. Bowang Chen aus der Abteilung Molekulargenetische Epidemiologie des DKFZ. Das Rauchverhalten der Eltern lege Kindern Krebsrisiken in die Wiege, die unabhängig von ihrem späteren eigenen Nikotinkonsum und von erblichen Faktoren seien, so die Analyse der Forscher.

Die Basis der Studiendaten stammen aus dem schwedischen Familien-Krebsregister, das Erkrankungen dieser Art in schwedischen Familien über Generationen erfasst. Die Wissenschaftler wählten das Auftreten von Lungenkrebs als indirekten Indikator für den Tabakkonsum der Eltern und nahmen gezielt die Nachkommen von Lungenkrebspatienten in den Blick.

Bei der Berechnung der Krebsrisiken berücksichtigten sie nur Organe, die als Zielorgane für die krebserregende Wirkung von Tabakprodukten bekannt sind. Unter den verfügbaren Daten identifizierten sie rund 18.000 Mütter und 42.000 Väter mit Lungenkrebs. Bei den Nachkommen dieser Personen waren nahezu 174.000 Krebserkrankungen bei Menschen im Alter von null bis 70 Jahren verzeichnet. Durch den Vergleich mit den Erkrankungsraten bei Nachkommen nicht rauchender Eltern konnten die Wissenschaftler spezifische Krebsrisiken berechnen, die nicht mit den eigenen Rauchgewohnheiten der Betroffenen oder mit erblichen Risiken zu erklären sind.

Bei Kindern rauchender Mütter zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen der oberen Luftwege (standardised incidence ratio (SIR): 1,45), Nasenkrebs (2,93 - fast dreifach erhöhtes Risiko), Lungenkrebs (1,71), Blasenkrebs (1,52) und in einer Altersgruppe auch für Nierenkrebs (6,41).

Nachkommen männlicher Lungenkrebspatienten wiesen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Nasenkrebs (insbesondere für adenoidzystische Karzinome, SIR: 7,73) und etliche andere Krebsarten auf, nicht jedoch für Blasen- und Nierenkrebs.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum