Zu den wichtigsten Leitlinien auf dem Gebiet des akuten Schlaganfalls gehören die Texte der Fachgesellschaften American Heart Association/American Stroke Association. Neue Versionen wurden jeweils in den Jahren 2003 und 2005 erstellt. Bereits jetzt, zwei Jahre später, war wieder eine Überarbeitung fällig, um die aktuellen Erkenntnisse auf diesem Gebiet einbauen zu können. Wichtige Aussagen der aktualisierten Leitlinie sind:

Während der Erstuntersuchung eines Patienten mit vermutetem Schlaganfall sollte ein Arzt zunächst danach fragen, seit wann die Symptome bestehen. In der ersten Blutanalyse werden Blutglukosewerte angefordert sowie die Gerinnungszeit und ein Blutbild mit Thrombozytenzahlen. Auch die Serum-Enzyme gehören in eine solche Analyse, außerdem sollte ein EKG abgenommen werden. Innerhalb von 60 Minuten nach Einlieferung eines Patienten in die Notfallambulanz müssen diese Untersuchungen abgeschlossen sein. Die Computertomographie bleibt die wichtigste Untersuchung, um einen Schlaganfall beurteilen zu können. Eine Magnetresonanztomographie ist ebenfalls akzeptabel.

Der Blutdruck der Patienten kann in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall spontan stark absinken. Kandidaten, die für eine Therapie mit rekombinantem tPA in Frage kommen, fahren am besten mit einem systolischen Blutdruck von höchstens 185 mmHg und einem diastolischen Blutdruck von höchstens 110 mmHg. Liegt der Blutdruck längere Zeit über 220/120 mmHg, sollte eine antihypertensiv Therapie erwogen werden. Blutglukosewerte von 140 bis 185 mg/dL führen zu einer Insulintherapie.

Rekombinantes tPA ist erste Wahl bei der Therapie des akuten Schlaganfalls. Streptokinase wird nicht empfohlen. Reteplase, Urokinase und andere thrombolytische Substanzen sollten nur im Rahmen von klinischen Studien eingesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Stroke 2007, Vol. 38, S. 1655-1711