Endoskopie des gesamten Dünndarms

Neues Gerät krempelt den Dünn-
darm um
© Westfaelische Wilhelms-Uni-
versität Münster

Der Chirurg kann den rund fünf Meter langen Dünndarm durch einen besonders dünnes und langes Endoskop einsehen. Mit zwei von außen aufblasbaren Doppelballons, die sich an der Spitze des Endoskops und eines so genannten Übertubus befinden, stülpt das System den Dünndarm wie den Arm eines Pullovers ziehharmonikaartig übereinander. Dabei werden die Ballons abwechselnd aufgeblasen und die Luft wieder herausgelassen. Nach und nach gelangt der Schlauch so in den gesamten Dünndarm.

"Mit der Doppelballon-Enteroskopie ergeben sich ganz neue diagnostische und vor allem therapeutische Möglichkeiten", schildert Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke, Direktor der Medizinischen Klinik B des UKM, die Vorteile dieses Verfahrens. Die Technik biete grundsätzlich alle therapeutischen Möglichkeiten der Endoskopie, wie die Entnahme von Gewebeproben, die Blutstillung, die Beseitigung von Engstellen oder die Entfernung von Polypen.

"Der Vorteil der Methode besteht vor allem darin, dass eine Blutungsquelle im Dünndarm sofort behandelt werden kann", betont der Leiter der Endoskopie-Abteilung der Klinik, Prof. Dr. Torsten Kucharzik. Das junge Verfahren soll Patienten mit chronischem Durchfall oder Bauchschmerzen mit Verdacht auf eine Ursache im Dünndarm vor einer lebensgefährlichen Operation bewahren.

Nach den ersten Erfahrungen aus Japan und nun auch aus dem Universitätsklinikum Münster bezeichnen Experten die diagnostischen und therapeutischen Ergebnisse der Doppelballon-Enteroskopie als sehr gut.

MEDICA.de; Quelle: Westfaelische Wilhelms-Universität Münster