Durch diese Studie können sich all jene bestätigt fühlen, die schon immer der Meinung waren, Übung mache den Meister. In diesem speziellen Falle macht Übung jedenfalls Nachwuchs wahrscheinlicher.

Die meisten andrologischen Kliniken halten sich wahrscheinlich an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation, wonach Männer vor einer Untersuchung ihres Ejakulats zwei bis sieben Tage abstinent leben sollten. Bereits nach zwei Tagen soll aber die Zeugungsqualität des Spermas deutlich absinken, behaupten Dr. Eliahu Levitas vom Soroka University Medical Center in Beer-Sheva, Israel, und seine Kollegen.

Die Israelis untersuchten 9.489 Samenproben von 6.008 Männern, teilweise mit Oligozoospermie, und verglichen dabei die Konzentration des Spermas, die Prozentzahlen normal geformter beziehungsweise motiler Spermatozoen und das Spermavolumen in Abhängigkeit von der Abstinenzzeit.

Bei den 3.506 Spermaproben von Männern mit Oligozoospermie, definiert als Spermakonzentration von weniger als 20 Millionen Spermatozoen pro Milliliter, zeigte sich: Einen Tag nach der letzten Ejakulation ist die Zahl der Spermien pro Milliliter am höchsten (30,3 Prozent) und sinkt danach ab, anstatt weiter zu steigen. Ähnlich die Situation bei der Zahl normal geformter Spermatozoen.

Innerhalb der Gruppe der leichten bis mittel schweren Oligozoospermien (4 bis 19,9 Millionen Spermatozoen pro Milliliter) war die Zahl der normalen Spermien innerhalb der ersten zwei Tage nach der letzten Ejakulation mit bis zu 8,6 Prozent am höchsten. Die 5.983 Männer mit guter Samenqualität büßten ab dem elften bis 14. Tag nach der letzten Ejakulation signifikant an Zeugungskraft ein: Spermienmorphologie und -motilität sanken deutlich ab. Für eine künstliche Befruchtung sollte das Sperma daher am ersten Tag gewonnen werden.

MEDICA.de; Quelle: Fertility and Sterility 2005, Vol. 83, S. 1680-1686