Entstehung von chronisch-lymphatischer Leukämie

Foto: Rote und weiße Blutkörperchen

Leukämien zeichnen sich durch
stark vermehrte Bildung von
weißen Blutkörperchen (Leukozyten);
© panthermedia.net/Luk Cox

Seit etwa 20 Jahren wird vermutet, dass die chronisch-lymphatische Leukämie durch die Stimulation von B-Zellen – im Zusammenspiel mit anderen Faktoren – entsteht. In der aktuellen Forschungsarbeit suchten die Wissenschaftler nach einem Antigen, das an den Rezeptoren der Leukämiezellen bindet und konnten das Protein pUL32 des humanen Cytomegalievirus identifizieren.

Das Cytomegalievirus, das zur Familie der Herpesviren gehört, tragen etwa 60 bis 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung in sich, ohne daran zu erkranken und ohne zu bemerken, dass man das Virus in sich trägt. Zumeist infiziert man sich im Kindesalter mit dem Virus, das nach der Infektion ein Leben lang in den Zellen des Immunsystems überlebt. Dabei versteckt es sich in den Zellen und verwirrt außerdem durch viruseigene Botenstoffe das Immunsystem.

Erst wenn es zu einer Schwächung des Immunsystems bei einem infizierten Menschen kommt, etwa durch medikamentöse Unterdrückung im Rahmen einer Organtransplantation oder bei einer HIV-Erkrankung, kann das Virus krank machen. Ob diese Virusinfektion Blutkrebs auslösen kann, oder der beobachte Zusammenhang zwischen Leukämie und Cytomegalievirus auf einen anderen, vom Virus unabhängigen, Mechanismus in der Krebsentstehung hindeutet ist nun Gegenstand mehrerer Folgestudien.

In einer der Folgestudien wird untersucht, ob eine antivirale Therapie gegen das Cytomegalievirus die Stimulation der Leukämiezellen und damit das Fortschreiten der Leukämie verhindern kann.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien