Rauchen ist in den USA der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Erkrankungen und Todesfälle. Obwohl der gesamte Komplex Rauchen und Raucherentwöhnung gut erforscht ist, gibt es nur wenige Daten darüber, ob Raucherprogramme tatsächlich das Langzeitüberleben verbessern.

An zehn medizinischen Zentren der USA und Kanadas nahmen nun 5.887 Raucher mittleren Alters randomisiert zehn Wochen lang an einem intensiven Raucherentwöhnungsprogramm teil oder wurden wie üblich behandelt. Alle Studienteilnehmer litten nämlich an einer milden bis mittel schweren Lungenfunktionsstörung, waren aber ansonsten gesund.

Teil des Entwöhnungsprogramms waren unter anderem verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Nikotin-Kaugummis und die Inhalation von entweder Ipratropium oder Placebo. Außerdem wurden alle nach Beendigung des Programms fünf Jahre lang nachbetreut, um die Rückfallquoten zu minimieren.

Nach fünf Jahren waren 21,7 Prozent der Teilnehmer am Raucherentwöhnungsprogramm tatsächlich noch abstinent, in der Vergleichsgruppe dagegen nur 5,4 Prozent. 90 Prozent jener, die fünf Jahre ohne Zigarette durchgehalten hatten, schafften dies auch elf Jahre lang.

Innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums von 14,5 Jahren traten 731 Todesfälle auf: 33 Prozent entfielen auf Lungenkrebs, 22 Prozent auf kardiovaskuläre Erkrankungen, 7,8 Prozent auf Erkrankungen des Respirationstrakts. Die Gesamt-Mortalität betrug 10.38 pro 1.000 Personenjahre in der Kontrollgruppe und 8.83 pro 1.000 Personenjahre in der Interventionsgruppe (p gleich 0.03).

Jene, die dauerhaft abstinent blieben, hatten ein nur halb so hohes Todesfallrisiko wie die Raucher. Das Lungenkarzinomrisiko war um die Hälfte gesunken, das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen um ein Drittel.

MEDICA.de; Quwelle: Annals of Internal Medicine 2005, Vol. 142, S. 233-239