Entzündungen verursachen Arteriosklerose

Bei Arteriosklerose verschließen sich die Blutgefäße. Die Sauerstoffversorgung der Organe, insbesondere die des Herzens und des Gehirns, wird dadurch beeinträchtigt. Bisher hielt man Blutfette wie Cholesterin aber auch andere Risikofaktoren, zum Beispiel Bluthochdruck und Zuckerkrankheit, für die Auslöser von Arteriosklerose. Die Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) fanden heraus, dass für die Bildung von Gefäßarteriosklerose vor allem Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich sind.

Entzündungsmarker werden heute routinemäßig bei Blutuntersuchungen von Patienten bestimmt, vor allem die so genannten "Akute Phase Proteine" (APP). Deren vermehrtes Auftreten ist ein Hinweis auf eine Entzündung im Körper. Auch bei Patienten mit nachgewiesener Herz-Kreislauf- Erkrankung sind APP im Blut höher als bei Gesunden.

Die Forscher konnten nun zunächst im Tiermodellversuch zeigen, dass ein genetisches Ausschalten der APP- Produktion die Arteriosklerosebildung und damit das Risiko von Herz- Kreislauf-Erkrankungen deutlich senkt. Auch unter fettreicher Diät war die Bildung von Arteriosklerose nahezu unterdrückt.

Um die Bedeutung dieser experimentellen Befunde auf Patienten zu übertragen, analysierten die Wissenschaftler Blut von mehr als 2.000 Patienten. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass auch beim Menschen entzündliche Prozesse mit einer vermehrten Bildung von Arteriosklerose einhergehen. "Den APP kommt also eine Schlüsselrolle sowohl beim Nachweis als auch bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu", betont der MHH-Forscher Professor Dr. Bernhard Schieffer.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover