Wissenschaftler aus Boston haben in einer Studie die Frage untersucht, ob erhöhte CRP-Werte direkt mit einer COPD assoziiert sind oder eher das Ergebnis anderer Faktoren wie zum Beispiel einer ischämischen Herzerkrankung oder Rauchen. Dabei verglichen sie die CRP-Werte von 88 COPD-Patienten mit jenen von 33 Rauchern und 38 Nichtrauchern.

Die CRP-Spigel sind tatsächlich erhöht bei COPD-Patienten, und zwar unabhängig vom Raucherstatus oder einer ischämischen Herzerkrankung. Im Vergleich zu Nichtrauchern hatten COPD-Patienten ein 9,5fach höheres Risiko, erhöhte CRP-Werte zu haben.

Zwei andere Studien aus den Niederlanden haben die Bedeutung verschiedener Entzündungsmarker für die funktionale Lungenkapazität untersucht. An einer dieser Untersuchungen nahmen 2.273 ältere Patienten teil. Sie zeigte, dass erhöhte Spiegel von Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor eine Absenkung des FEV1 und anderer Parameter der Lungenkapazität vorhersagen bei Patienten mit COPD, aber auch bei Gesunden.

102 Patienten mit einer stabilen COPD nahmen an einer weiteren Untersuchung teil, die folgendes Ergebnis hatte: Erhöhte CRP-Werte korrelieren mit einem behinderten Energiemetabolismus und verminderter Lungenkapazität bei Anstrengung.

Eine systemische Entzündung könnte der „missing link“ zwischen der Dysfunktion der Atemwege und den etrapulmonalen Manifestationen der COPD sein, schreiben Experten. Die drei Studien haben nach ihrer Ansicht wertvolle Hinweise zum besseren Verständnis von obstruktiven Atemwegserkrankungen gebracht. Allerdings müsse noch weiter geforscht werden, um den Zusammenhang zwischen COPD und Entzündungen besser verstehen zu können.

MEDICA.de; Quelle: Thorax 2006, Vol. 61, S. 10-28