Enzym fördert und dämpft Immunaktivierung

Die Schalter werden von einem
Protein gedrückt; © Hemera

IKKbeta wird zur Weitergabe von Signalen benötigt, die letztlich die Ausschüttung von Botenstoffen einleiten und auf diese Weise die Immunabwehr des Körpers gegen pathogene Viren oder Bakterien koordinieren. "Wir konnten zeigen, dass IKKbeta die Immunreaktion auch abschwächen und so genau das Gegenteil bewirken kann", erzählt Dr. Daniel Krappmann, der Leiter der GSF- Nachwuchsgruppe "Signalprozesse im Immunsystem".

Den Wissenschaftlern gelang es, einen neuen Angriffspunkt des Enzyms aufzudecken: IKK b behindert die Funktion eines Proteinkomplexes (CBM-Komplex), der normalerweise die Immunreaktion antreibt - das Enzym greift somit an unterschiedlichen Stellen der Signalweitergabe ein. "Nur die Analyse des Proteoms kann ein so komplexes, nicht hierarchisches Wechselspiel von Wirkungsweisen aufklären. In genetischen Knock-out Studien sind solche Doppelfunktionen einzelner Enzyme nicht zu erkennen", betont Krappmann.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die doppelte Funktion als Antreiber und Bremser entscheidend zur Balance der Immunreaktion beiträgt. Der neu entdeckte Wirkmechanismus von IKKbeta könnte ein therapeutisches Ziel für Erkrankungen sein, bei denen das Immunsystem entgleist, wie im Falle von Autoimmunerkrankungen.

"Wir haben gezeigt, dass IKKbeta die Aktivität des CBM-Komplexes modulieren kann, so dass die Immunreaktion gestoppt oder zumindest stark abgeschwächt wird. Denkbar wäre nun, eine Therapie zu entwickeln, die auf dieser Reaktion beruht", erklärt Krappmann.

MEDICA.de; Quelle: Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit