Enzymdefekt gefährdet Lebertransplantation

Nach der OP besondere Behandlung
für Menschen mit Gendefekt
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Vaskuläre Komplikationen gehören zu den wichtigsten Frühkomplikationen bei einer Transplantation, die mit weiteren Komorbiditäten verbunden sind. Das Risiko vaskulärer Komplikationen ist bei Patienten nach einer Lebertransplantation besonders erhöht, wobei die Ursachen dieser Schwierigkeiten oft bisher noch unklar waren.

Dr. Bora Akoglu, Facharzt für Innere Medizin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, konnte nachweisen, dass ein genetisch bedingter Enzymdefekt, ein genetischer Polymorphismus, verbunden mit einem gestörten Homozystein-Stoffwechsel, zum Teil für vaskuläre Komplikationen verantwortlich ist. Der genetische Polymorphismus betrifft dabei das Enzym Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR) des Folsäurestoffwechsels.

Dies führte bei untersuchten Patienten nach einer Lebertransplantation dazu, dass der Homozysteinspiegel im Körper der Patienten mit vaskulären Komplikationen signifikant erhöht war, und zwar exzessiv. "Diese prägnante Erhöhung des Homozysteinspiegels durch den genetischen Polymorphismus kann als wichtiger Indikator für eine mögliche vaskuläre Komplikation nach einer Transplantation genutzt werden", sagt Dr. Bora Akoglu.

Patienten mit diesem Polymorphismus der MTHFR müsse laut Dr. Akoglu eine besondere Beachtung zukommen und gegebenenfalls ein Ersatz mittels Folaten und den entsprechenden Cofaktoren Vitamin B6 und B12 erfolgen.

MEDICA.de; Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität