Erasmus-Programm fördert Arbeitsmobilität

Foto: Studenten im Hörsaal

Studenten mit Auslandserfahrung
sind eher bereit, auch im Ausland
zu arbeiten; © SXC

Das Programm zeigt, dass sich die Bereitschaft zur innereuropäischen Arbeitsmobilität um bis zu 20 Prozent vergrößert und auf diese Weise positive wirtschaftliche Effekte erzielt. Wissenschaftler untersuchten anhand von Daten der Hochschul- Informations-System GmbH (HIS), in denen Informationen zur Berufslaufbahn von Studenten mit akademischer Auslandserfahrung gesammelt werden, ob und wie sich der Gastaufenthalt auf die Entscheidung auswirkt, nach dem Studium einen Berufseinstieg im Ausland zu wählen.

Um feststellen zu können, ob tatsächlich das Auslandsstudium und nicht andere Faktoren eine Erhöhung der Arbeitsmarktmobilität bewirken, analysierten die Experten zudem, welche Veränderungen der Mobilitätsintensität in der Zeit vor und nach Einführung des Erasmus-Programms zu verzeichnen waren. Die Forschungsarbeit ergibt, dass ein Auslandssemester die Wahrscheinlichkeit für eine Berufslaufbahn im Ausland um 15 bis 20 Prozent erhöht.

Oft sind für sie das Interesse an fremden Kulturen und persönliche Bindungen ins Gastland entscheidender als rein wirtschaftliche Erwägungen. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass es viele Erasmus- Studenten beruflich wieder ins Zielland des vorausgegangenen Auslandsstudiums zieht. Das Erasmus- Programm trägt demnach stark dazu bei, das Ziel eines integrierten europäischen Binnenarbeitsmarktes zu erreichen.

Gleichzeitig kann durch die höhere Mobilität qualifizierter Fachkräfte eher sichergestellt werden, dass diese ihre Fähigkeiten und Innovationskraft dort zur Verfügung stellen, wo dies wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Ein regionaler Mangel an Fachkräften, wie er sich derzeit nicht nur in Deutschland abzeichnet, kann durch ein größeres Maß an Arbeitsmobilität leichter aufgefangen werden - zum Vorteil aller Beteiligten und mit positiven Auswirkungen auch auf die Beschäftigungschancen von Problemgruppen der nationalen Arbeitsmärkte.

MEDICA.de; Quelle: Institut zur Zukunft der Arbeit