Erfassung von medizinischen Daten mit mobilem Patienteninformationssystem

05/10/2015
Foto: Ärzte besprechen Ergebnisse auf einem Tablet

Ziel des Exzellenzclusters Entzündungsforschung ist die Entschlüsselung der molekularen Grundlagen chronisch entzündlicher Krankheiten sowie die vollständige Identifikation von Stoffwechsel- und Signalpfaden als Ansatz für Therapien und Prävention; © panthermedia.net/ Arne Trautmann

Sechs Studierendengruppen präsentierten an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ihre Ergebnisse zum Thema "eHealth". Die Informatikstudierenden entwickelten mit der Software Engineering Group der CAU in einem Projekt, das durch den Exzellenzcluster "Entzündungsforschung" gefördert wird, eine Anwendung zum Langzeitmonitoring von Patientinnen und Patienten.

Dabei können Erkrankte über mobile Endgeräte Daten zu ihrem Gesundheitszustand oder Tagesverlauf eingeben. Die hierauf aufbauende Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten soll helfen, die Behandlung zu verbessern und eine zielgerichtete individuelle Behandlung ermöglichen.

Für eine zielgerichtete und individuelle Therapie ist es unerlässlich, dass die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte ein fundiertes Wissen über den Tagesablauf ihrer Patientinnen und Patienten haben. "Beispielsweise ist es wichtig zu wissen, wann es dem Menschen im Tagesverlauf besser oder schlechter geht. Und ob man diese Veränderungen mit externen Faktoren in Verbindung bringen kann", erläutert Florian Schrinner. Er koordiniert das Projekt "Entwicklung einer mobilen Anwendung für die sichere Speicherung von Patientendaten", welches vom Exzellenzcluster "Entzündungsforschung" gefördert wird. Versuche, solche Daten mit Hilfe von schriftlichen Tagebüchern festzuhalten, waren meistens nicht erfolgreich. Durch die starke Verbreitung von mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablets erhoffen sich Schrinner und sein Team eine leichter zugänglichere Form der Datenerhebung für Patientinnen und Patienten. Von den Ergebnissen aus den studentischen Projekten ist der Informatiker Schrinner begeistert: "Jede einzelne Gruppe konnte mit einem individuellen, besonderen Feature überzeugen. Und jede Gruppe hat in bestimmten Bereichen Einfallsreichtum und Kreativität bewiesen und neue Ideen zu Tage gefördert, die mit Sicherheit in die weitere Entwicklung einfließen werden."

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die so genannte individualisierte Medizin, die mit maßgeschneiderten Therapiekonzepten chronische Entzündungen zukünftig möglichst präzise behandeln will. "Für diesen Behandlungsansatz brauchen behandelnde Ärztinnen und Ärzte ein sehr umfangreiches Datenregister ihrer Patientinnen und Patienten", beschreibt Professor Andre Franke vom Exzellenzcluster "Entzündungsforschung" den wissenschaftlichen Ansatz des Projektes. "Heutzutage nutzen bereits viele Menschen Smartphones und damit verbunden auch zahlreiche Apps. Mit unserem Projekt wollen wir diese guten Voraussetzungen nutzen, um auch medizinische Forschungsdaten zu erheben. Das ist für Betroffene eine extrem komfortable Art der Datenübermittlung." Professor Wilhelm Hasselbring und Christian Zirkelbach, die die Lehrveranstaltung mit dem Titel "Softwareprojekt" koordinieren, betonen, dass es in dieser Lehrveranstaltung primär um eine experimentelle und explorative Ermittlung der Anforderungen an derartige mobile Anwendungen durch die Implementierung von Prototypen geht. "Für einen realen Einsatz müssen Fragen der Datensicherheit und des Datenschutzes noch weitergehender behandelt werden, als dies im Rahmen der Lehrveranstaltung möglich war. Eine zentrale Anforderung an die Studierenden war jedoch bereits die verschlüsselte Speicherung und Übertragung der erhobenen Daten."

MEDICA.de; Quelle: Exzellenzcluster Entzündungsforschung

Mehr über das Exzellenzcluster Entzündungsforschung unter: www.inflammation-at-interfaces.de