Die Computerspezialisten aus Magdeburg unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Preim analysieren Computertomographieaufnahmen des Kopf- und Halsbereiches und identifizieren auf Basis hochkomplexer mathematischer Modelle die wesentlichen anatomischen Strukturen. Aus den Schichtbildern werden dreidimensionale Strukturen rekonstruiert, übersichtlich dargestellt und vermessen, so dass der Operateur die mit dem Eingriff verbundenen Risiken besser beurteilen kann.

Ein Anwendungsbereich sind komplizierte Eingriffe in der Nasennebenhöhle wie bei Tumoren, bei notwendigen Wiederholungen von Operationen oder bei bestimmten anatomischen Gegebenheiten. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der besseren Planung von Halsoperationen, bei denen Krebsherde oft in großer Nähe zu lebenswichtigen Blutgefäßen entfernt werden müssen. Die Entscheidung, ob und wie operiert werden kann, lässt sich durch die entwickelte Visualisierung sehr gut unterstützen.

Ein erster Prototyp des entwickelten Systems wird bereits in Leipzig erprobt. Zurzeit sind jedoch noch viele Benutzereingaben nötig, so dass die computergestützte Operationsplanung für die klinische Routine noch zu langsam ist.

Wichtigstes Ziel in der kommenden Projektphase ist es deshalb, die Analyse stärker zu automatisieren und damit wesentlich zu beschleunigen. Die Zusammenarbeit mit den HNO-Ärzten in Leipzig ist effektiv, weil es dort große Erfahrungen in der Nutzung von Computertechnik für die Planung und Durchführung chirurgischer Eingriffe gibt.

MEDICA.de; Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg