Erfolg liegt in der Familie

Familienbande sind weitreichend
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Auch die Bereitschaft, seinen Mitmenschen zu vertrauen, wird offenbar "vererbt". Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Universität Bonn. Die Ergebnisse bieten einen neuen Erklärungsansatz dafür, warum Kinder erfolgreicher Eltern es häufig ebenfalls weit bringen: Jede ökonomische Entscheidung beeinhaltet Risiken; jedes Geschäft ist zu einem Teil Vertrauenssache. Die ererbten Charaktereigenschaften könnten daher mit entscheidend für ökonomischen Erfolg sein, spekulieren die Forscher.

"In puncto Risikofreude ähneln Kinder ihren Eltern frappierend", fasst der Bonner Ökonomie-Professor Dr. Armin Falk die Ergebnisse der Studie zusammen. "Das gilt nicht nur für die allgemeine Einschätzung, sondern auch für die verschiedenen Sparten: Es gibt ja beispielsweise Menschen, denen beim Skifahren keine Buckelpiste zu steil ist, die ihr Geld aber ganz sicher in Bundesschatzbriefen anlegen. Dasselbe Risikoprofil findet sich oft auch bei ihren Kindern."

Ähnlich sieht es mit der Bereitschaft aus, seinen Mitmenschen zu vertrauen: Auch hier fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Eine andere Spruchweisheit konnten die Forscher als Mythos entlarven: Den Umfragedaten nach ziehen sich Gegensätze nicht an - stattdessen haben risikofreudige Frauen meist auch risikofreudige Ehemänner. Auch in puncto "Vertrauen" gleichen sich Ehepartner in der Regel - selbst dann, wenn sie erst vor kurzem geheiratet haben. "Bei der Partnerwahl scheinen wir darauf zu achten, dass uns der Erwählte möglichst ähnelt", interpretiert Falk die Ergebnisse.

Eltern prägen den Charakter ihrer Sprösslinge, die wiederum bevorzugt einen Lebenspartner wählen, der ihnen ähnelt: Diese beiden Effekte könnten dazu beitragen, dass sich Einstellungen wie Risikobereitschaft oder Vertrauen über Generationen hinweg "vererben". Gleichzeitig sind diese Charaktereigenschaften wohl mit ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg. "

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn